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Marburg Zu Besuch bei 
einer „Wahlfamilie“
Marburg Zu Besuch bei 
einer „Wahlfamilie“
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17:12 01.06.2015
Eine Szene aus dem Stück „Last Visitor“, das am Donnerstag Premiere im Theater im G-Werk hat. Quelle: German Stage Service
Marburg

Das Stück lotet Familienmodelle im 21. Jahrhundert aus. Der „ performativer (Wahl-) Familienabend mit Live-Kamera und ungewissem Ausgang“ ist bereits die dritte Ko-Produktion mit United-off-Production nach „Money Song“ und „Eigentlich wollte ich nach Finnland“.

Angesiedelt ist das Stück in einem kleinen Appartement. Dort lebt die alleinerziehende Literaturwissenschaftlerin Konstanze mit ihrer pubertierenden Tochter Hannah. Sie erwartet Xavier, ihren spanischen Liebhaber. Überraschend kommt ihr Ex-Mann Tom vorbei, mit dem sie zehn Jahre verheiratet war.

Regisseur Dieter Krockauer sowie Ausstatterin und Dramaturgin Graciela González de la Fuente gehen in „Last Visitor“ Überlastungen und Rollenzwängen nach, behandeln Alltags-Situationen zwischen Job, Erziehungsfragen und Konsumstress.

Gleichzeitig zeigen sie auf, dass traditionelle Familienstrukturen in Großstädten zunehmend abgelöst werden von Netzwerken. Der „Familienabend“ wird von vier Darstellern präsentiert als Montage aus Theater, Live-Kamera und Installation.

Dabei zeigt das Regieteam „den emotional und ökonomisch instabilen Alltag von fünf Großstadtmenschen“ der Gegenwart. „Es geht mir um die Frage nach Verbindlichkeit in familiären Strukturen, egal, wie sie aussehen mögen“, sagt Regisseur Krockauer.

„Last Visitor“ wurde uraufgeführt in Bielefeld und geht nach der Marburger Reihe nach Berlin, wo die meisten Darsteller leben.

  • Weitere Aufführungen sind am 5., 6., 10., 11., 12. und 13. Juni um 20 Uhr. Karten gibt es ­unter 06421/62582 oder www.german­stageservice.de.

von Uwe Badouin