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Marburg Zirkuslegende plaudert über Karriere
Marburg Zirkuslegende plaudert über Karriere
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18:31 26.02.2015
Die Zirkuslegende Gerd Simoneit-Barum (links) im Gespräch mit Professor Karl Braun. Quelle: Benjamin Kaiser
Marburg

Am Samstag saß der 83-Jährige im Historischen Saal des Marburger Rathauses. Er war Stargast des Symposiums „Circus-Gesellschaft-Film“. Um ihn herum 30 Menschen, und keine Großkatzen in Sicht.  Der langjährige Direktor des „Circus Barum“ erzählte von seinem Werdegang in der Zirkus-Branche.

Einen eigenen Zirkus zu haben sei immer „ein Traum“ gewesen, so Siemoneit-Barum. 2008 war der Traum zu Ende: Das Licht ging im Circus Barum zum letzten Mal an. Der weltbekannte Dompteur gab seine heiß geliebten Großkatzen ab. „Sie waren die Stars des Zirkus“, sagt der 83-Jährige. Siemoneit-Barum lebte als Kind einige Zeit in Marburg.

Doch war es auch in der Universitätsstadt, wo er ein Schreckerlebnis als Dompteur hatte: Bei einem Auftritt wurde er von einer der Großkatzen schwer verletzt. „Ich bin schnell ins Krankenhaus, habe mich flicken lassen und abends ging es weiter. Den Sprung, der zum Unfall führte, haben wir an diesem Abend aber weggelassen“, fügte Siemoneit-Barum  lächelnd hinzu. Er wusste: „Die Show muss schließlich weiter gehen!“

Nicht nur Siemoneit-Barums Vergangenheit macht Marburgs besonderes Verhältnis zum „fahrenden Volk“ aus. In Marburg befindet sich das „Circus-, Varieté- und Artistenarchiv“, das von der Kulturhistorischen Gesellschaft für Circus- und Varietékunst betrieben wird. Deren zweiter Vorsitzender ist Professor Karl Braun

„Obwohl der Zirkus seit dem 19. Jahrhundert eine tiefgreifende Entwicklung durchgemacht hat, bleibt er Kultur, deren nähere Untersuchung sehr lohnenswert ist“, erklärte Braun. Zu hören war am Samstag unter anderem ein  Fachvortrag von Gisela und Dietmar Winkler, den beiden führenden Zirkus-Historikern Deutschlands.

von Benjamin Kaiser