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Zeit für die Kunst in Marburger Musikschule

Otto Stilgebauer stellt aus Zeit für die Kunst in Marburger Musikschule

Mit einer gut besuchten Vernissage wurde die Ausstellung mit Acryl-Malereien des pensionierten Lehrers Otto Stilgebauer eröffnet.

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Otto Stilgebauer steht neben seiner Landschaftsdarstellung „Im Gebirge“.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. „Fotografisch etwas abzumalen wäre mir zu langweilig“, sagt Otto Stilgebauer. 30 seiner Arbeiten sind unter dem Motto „Farben und Formen in Acryl“ bis Ende März in den Gängen der Marburger Musikschule zu sehen. Und sie sind alle in den vergangenen zehn Jahren entstanden, also nach der Pensionierung des heute 73-Jährigen.

„Ich habe jetzt einfach mehr Zeit mich auf so ein Bild einzulassen“, sagt Stilgebauer. Da könne es auch mal eine Woche dauern, bis ein Bild fertig ist, erzählt der ehemalige Kunsterzieher. Dabei sieht sich Stilgebauer nicht als Kunstlehrer, sondern vielmehr als „Volksschullehrer“. Denn in seiner Zeit an der Emil-von-Behring-Schule habe er alle Fächer unterrichtet, außer Physik, Chemie und Musik – das sei ihm zu heikel gewesen.

Aber die Kunst war schon immer seine Leidenschaft und diente ihm auch als Grundausbildung während des Studiums. Aber ausschließlich von der Kunst zu leben, war ihm nicht sicher genug, so dass er sich auch auf Anraten seiner Eltern für den Lehrerberuf entschieden hat. „Das war auch gut so“, sagt Stilgebauer.

Klassische Moderne fasziniert ihn am meisten

Schon während seiner Lehrtätigkeit hat er nebenbei gemalt. Und mit der Pensionierung genießt er die Freiheit, nicht nur zeitlich, sondern auch thematisch frei arbeiten zu können. So verarbeitet er Eindrücke aus Urlauben und malt etwa Gebirgszüge. Er lässt sich aber auch von fremden Ausstellungen inspirieren und versucht sich dann selbst mit neuen, anderen Techniken und Stilen und entfernt sich dann auch mal von der gegenständlichen Darstellung.

Die Zeit von 1900 bis 1960 ist für ihn die große Zeit der Malerei. „Die klassische Moderne ist für mich nach wie vor die Richtung, die mich am meisten fasziniert“, erklärt Stilgebauer. So sind einige Bilder der Ausstellung im Stil seiner Vorbilder gemalt. Das sind aber keine Kopien, wie der pensionierte Lehrer feststellt und nennt als Beispiel ein Bild mit zwei Frauen: „Franz Marc hat keine Frauengestalten gemalt, sondern Tiere oder Rehe.“

Die Vernissage war sehr gut besucht. Im vollen Konzertsaal der Musikschule begrüßte Musikschulleiter Knut Kramer die Gäste. „Ich habe mich vom Bauch und Gefühl her gleich von den Bildern angesprochen gefühlt“, sagte Kramer. Die Geigenlehrerin Svetlana Urintsova 
hatte im vergangenen Jahr Stilgebauers Bilder in der Galeria Bruno P. entdeckt und so den Kontakt zur Musikschule hergestellt. Dort soll künftig jedes Vierteljahr eine neue Ausstellung gezeigt werden, wie Kramer ankündigte. Zur Vernissage spielten zwei Schülerinnen von Urintsova, Elisabeth Schiebl und Malina Rutt, ein modernes Stück von Alfred Schmittke.

Die Laudatio übernahm Professor Dieter Flach, ein langjähriger Freund Stilgebauers, der einen Druck von Stilgebauers Kunstlehrer Horst Peter mitgebracht hatte. „Da kann man gut sehen, wie weit ein Schüler über seinen Lehrer hinauswachsen kann“, meinte Flach.

Die Ausstellung ist bis zum 31. März zu den regulären Öffnungszeiten der Musikschule zu sehen.

von Mareike Bader

 
 
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