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Marburg Variete vertreibt den Winter-Blues
Marburg Variete vertreibt den Winter-Blues
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19:00 05.02.2018
Lena Köhn präsentiert im ZAC Winter-Varieté eine Diabolo-Jonglage. Quelle: Nadja Schwarzwäller
Marburg

Es darf gelacht werden. Geklatscht, natürlich. Gestaunt. Und mitgelitten. Wer erahnt, was die Ankündigung bedeutet, dass ein Artist „Kontorsion“ mit „Handstand-Equilibristik“ kombiniert, tut das schon vor Beginn der Nummer. Alle anderen formen ein mehr oder minder lautloses „Aua“, wenn sie es sehen.

Tigris balanciert im Handstand und verdreht seinen Körper so, dass man als Zuschauer nicht mehr recht weiß, wo eben noch vorne und hinten war. Außerdem präsentiert er – als einziger Mann in Deutschland – Hulahoop-Artistik. „Ringen mit den Ringen“ nannte es Mode­rator Marcus Jeroch bei der ­öffentlichen Generalprobe. Dass es mitnichten so aussieht, als würde da jemand ringen, sondern absolut spielerisch, das ist die Kunst.

Kaninchen ist ein hypnotisierter Waschbär

Lena Köhn wiederum ist Spezialistin, wenn es darum geht, Dinge in die Luft zu werfen. Hüte zum Beispiel. Oder Diabolos. Das sind Doppelkreisel, die an einer Schnur rotieren. Und am höchsten hinaus, bis fast unters Dach der Waggonhalle, geht es für Paul Chen. Der schwingt sich auf sein Einrad und mit seinem Einrad auf eine Konstruktion, auf der er spektakuläre Sprünge absolviert – und den Besuchern in der ersten Reihe sei versprochen, dass sie Puls bekommen.

Marcus Jeroch führt moderierend durchs Programm, trägt Gedichte vor und zeigt an Tennisbällen, dass er nicht nur mit Worten jonglieren kann. Und ab aufs „Sofa der Sicherheit der Freude“ geht es fürs Publikum bei Juno, der bei jedem Varieté-Programm mit dabei ist – und für das er auch alljährlich verantwortlich ist. Das Kaninchen aus der Wundertüte, das eigentlich ein hypnotisierter Waschbär namens Erwin ist, hat seinen Auftritt. Eine Institution ist längst auch das Varieté-­Orchester der Waggonhalle, die Jazz Robots. Die durften sich bei der Generalprobe schon vor dem Beginn der Show Szenenapplaus vom offenbar fachkundigen Publikum abholen.

Insgesamt 18 Vorstellungen

Nach der offiziellen Premiere­ am Freitag wird es bis Ende Februar noch 17 weitere Vorstellungen geben. Und Fans von ­Marcus Jeroch bekommen ihn zusammen mit dem Bassisten Wolfgang Fernow am 2. März zusätzlich in der Solo- beziehungsweise Duo-Show „Schöner Denken“ geboten.

Im Rahmenprogramm ist außerdem noch Lucy van Kuhl am 19. Februar mit dem Liedermacher-Kabarett „Fliegen mit Dir“ zu sehen, ebenso wie Michael­ Fitz, der mit seiner Tour „jetzt auf gestern – 2018“ am 26. Februar einmal mehr Station in der ­Waggonhalle macht. Als ­swingendes „Gesamtkunstwerk“ treten am 27. Februar die drei „Zucchini Sistaz“ auf. Magier Sebastian Nicholas beehrt Marburg am 28. Februar wieder.

Ein spezielles Programm für Kinder gibt es ebenfalls. „Taluli im Märchenland“ vom Clowntheater Gina Ginella ist am morgigen Sonntag um 15 Uhr unterwegs. Am Sonntag darauf zeigt das Theater Gegenstand die Geschichte vom Froschkönig, am 18. Februar ist Martin Pfeiffer mit seiner Kinderliedershow zu Gast – beides ab 15 Uhr.

von Nadja Schwarzwäller

Nähere Informationen gibt es auf der Homepage der Waggonhalle.