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Wohltuend altmodisches Musizieren

Marburg Wohltuend altmodisches Musizieren

Die drei Musiker entführten die 500 Zuhörer mit der Auswahl der Werke, aber auch mit ihrer Interpretationskunst aus der Marburger Stadthalle in die bedeutendste europäische Musikmetropole – nach Wien.

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Der Konzertverein präsentierte in der Stadthalle Marburg das Trio DéjàVu, ehemals Enigma. Dem Trio ist es wichtig, mit Klangsinnlichkeit zu überzeugen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Angekündigt war für Samstag beim Marburger Konzertverein das „Enigma Trio“, doch es kam das „Trio DéjàVu“ – eine amerikanische Popgruppe, die das alleinige Recht am „Rätsel“ (Enigma) zu haben glaubt, hatte die Umbenennung erzwungen (die OP berichtete).

Allerdings gibt nun der neue Name des Klaviertrios dem Publikum ein Rätsel auf: „Schon gesehen“, so die wörtliche Übersetzung aus dem Französischen – was bedeutet das im Zusammenhang mit Musik?

Vielleicht muss man einfach etwas freier übersetzen mit „schon erlebt“ oder „schon gehört“. Und tatsächlich erweckte das „Trio DéjàVu“ Erinnerungen an eine Interpretationskunst, die im Zuge der multimedialen Verfügbarkeit von Musik zunehmend in den Hintergrund gedrängt wird. Denn nicht technische Brillanz und Perfektion um jeden Preis stehen für die drei Musiker im Vordergrund, sondern vor allem Klangsinnlichkeit und hingebungsvolles Feilen an Details.

Außerordentlich viel hängt beim Klaviertrio-Spiel vom Pianisten ab. Er muss sein musikantisches Temperament zügeln, um die beiden Streicher nicht zu gefährden. Maciej Szyrner gelingt dies in hohem Maße. Sein den Geiger Zohar Lerner und den Cellisten Gabriel Faur auf Händen tragendes Musizieren erinnert an die bis heute unübertroffene Kunst von Menahem Pressler, dem „Herzen“ des „Beaux Arts Trios“.

Für den langanhaltend-herzlichen Beifall der gebannt zuhörenden 500 Konzertbesucher bedankten sich die drei Musiker mit dem dritten Satz aus Schuberts Es-Dur-Trio D 929.

von Michael Arndt

Mehr lesen Sie am Montag in der Printausgabe der OP.

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