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Marburg Wo das Schlitzohr den Eisenfuß alt aussehen lässt
Marburg Wo das Schlitzohr den Eisenfuß alt aussehen lässt
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15:17 12.11.2015
„Klare Blutgrätsche“: Hannovers Felix Klaus wird im Zweikampf vom Berliner Yanni Regäsel abgeräumt, Vladimir Darida (rechts) schaut zu. Quelle: Peter Steffen

„Den muss er machen“ – was zunächst so vielversprechend klingt wie die Memoiren eines dieser Dampfplauderer vom Kaliber Waldi Hartmann oder Gerd Rubenbauer, entpuppt sich auf den zweiten Blick als liebenswertes Lexikon der Fachsprache rund um „Leder“, „Pille“ und „Flatterball“ – Fußball eben.

Alle Worthülsen, die der Sportjournalismus zum Beschreiben der Vorgänge auf und neben „dem grünen Rasen“ bereithält, so scheint es, hat Raack eingesaugt und sie – sortiert nach Positionen und Klischees – sanft zusammengefügt zu einem Standardwerk, das keinen Alptraum der Fußballersprache auslässt.

Es macht Spaß, die Stars von gestern und heute in den kurzen, mit viel Liebe zum Sport und seinen Protagonisten verfassten Texten wiederzuerkennen – ihre Modefimmel, ihr Interviewverhalten oder den speziellen Torjubel.

Dabei haben die Charakterisierungen der Spieler- und Trainertypen – vom „Schweiger“ und „General“ auf der Bank bis zum „Bruder Leichtfuß“ und dem „Staubsauger“ auf dem Platz, immer nur so viel mit bekannten Protagonisten der Bundesligageschichte gemein, dass man nach wie vor behaupten könnte: „Ähnlichkeiten mit lebenden Personen wären rein zufällig.“

Zugegeben: Wer sich wöchentlich auf die Live-Reportage mit dem Kommentator-Dinosaurier und deutschen Floskelmeister Fritz von Thurn und Taxis im Sender Sky freut, dem kann das Buch nichts Neues bieten. Alle anderen werden ihren Spaß an dem Büchlein haben.

  • Alex Raack: „Den muss er machen – Die wunderbare Welt der Fußball-Klischees“, Edel Books, 166 Seiten, gebunden, 16 Euro.

von Michael Agricola