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Marburg Witz, Charme und Schauspielkunst
Marburg Witz, Charme und Schauspielkunst
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20:04 11.01.2010
Peter Radestock, Franziska Knetsch und Stefan Gille (von links) bilden in der Tat ein Team. Quelle: HLTM

Marburg. „Eines Tages im Garten Eden sagte Gott zu Eva: Ich werde dir einen Mann an die Seite stellen . . ., du musst ihn glauben lassen, ich hätte ihn zuerst erschaffen . . .“ – Das Stück thematisiert die (Liebes-)Beziehung zwischen Mann und Frau in einer imposanten Vielfalt von literarisch-kabarettistischen Szenen, Dialogen, Liedern und Sketchen. Der historische Bogen wird dabei weit gespannt, beginnt rund 1.800 Jahre vor unserer Zeitrechnung mit dem Codex Hammurapi, der Rechtssammlung des Königs Hammurapi von Babylon, lässt Adam und Eva aus dem Alten Testament zu Wort kommen, genau wie mittelalterliche Eheratgeber und bekannte deutsche Lyriker.

„Ja, so warns, ja, so warns, ja so warns, die alten Rittersleut . . .“ – die Auswahl stützt sich allein auf männliche Sichtweisen. Sie enthält einschlägig wohl bekannte Verse von Valentin, Kästner, Goethe, Heine, Tucholsky und vielen mehr. Die Schauspieler brillieren, im Publikum wird viel gelacht und an Szenenapplaus niemals gespart.

Denn mit viel Witz, Charme und Spontaneität wird Schauspielkunst vom Feinsten geboten: Franziska Knetsch, Stefan Gille, Peter Radestock und Christian Keul (Klavier) agieren vertraut und bemerkenswert facettenreich im Team. Schade nur, dass der historisch gespannte Bogen schwerlich da ankommt, wo ihn der kunstfertig gewobene Titel des neuen Kellerprogramms platziert: Bei dem modernen, partnerschaftlich definierten Teambegriff und einer aktuellen Diskussion um das Verständnis von Intimität und Individualität.

von Dr. Imke Troltenier

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Montagsausgabe der OP.

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