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„Winnetou ist ein deutscher Indianer“

„Winnetou ist ein deutscher Indianer“

Die Freilichttheater rüsten sich derzeit für die kommende Saison, um es bei Karl-May-Festspielen wieder richtig krachen zu lassen. Elspe kündigt für dieses Jahr gar einen Vulkanausbruch an.

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Die Karl-May-Festspiele in Elspe versprechen wilde Verfolgungsjagden und einen Vulkan. Archivfoto

Radebeul. Die Karl-May-Gesellschaft (KMG) freut sich über die Festspiele. Es sei die moderne Form der Rezeption, sagt Pressesprecher Peter Krauskopf im Gespräch mit der OP. Mit der wissenschaftlichen Auseinandersetzung, wie es die KMG tue, hätten die Festspiele allerdings nichts zu tun. Aber sie hielten das Interesse an Karl May wach.
„Nach wie vor kennen auch Kinder Winnetou“, Jugendliche kommen über die Festspiele vielleicht zum Lesen der Original-Werke und setzen sich mit dem „deutschen Indianer“ auseinander. Winnetou stehe für Pazifismus und Völkerverständigung und lehne Rassismus ab, betont Krauskopf, „und das ist doch eine sehr schöne Figur“.
Die gewaltige Bildkraft des Karl May wird derzeit auf 10 bis 12 Freilichtbühnen umgesetzt. Schon in den 30er Jahre erweckten Schauspieler in Rathen bei Dresden im wildromantischen Elbsandsteingebirge Karl Mays Figuren zum Leben. Bad Segeberg „beerbte“ die Bühne 1952, denn die DDR hatte nach dem II. Weltkrieg wenig Interesse an dem Stoff. Mittlerweile spielen auch die Rathener wieder Karl-May. Die Aufführungen von Bad Segeberg wurden bis in die 70er Jahre vom Fernsehen übertragen.
Elspe erlebte seinen ganz großen Aufstieg, als sie Pierre Brice als Winnetou für mehr als zehn Jahre verpflichteten. Später „stürzte“ der Kino-Winnetou-Darstellers auch Bad Segeberg vier Jahre lang „in größte Erfolge“, sagt Peter Krauskopf. 1992 übernahm Gojko Mitic die Rolle, Mitic hatte schon in den Kinofilmen an der Seite von Pierre Brice 1965 den Indianerhäuptling Wokadeh im Kino sowie etliche Indianer-Rollen in DDR-Filmen gespielt. Seit 2007 glänzt der schöne Erol Sander als Winnetou in Bad Segeberg.
In Elspe beeindrucke vor allem die große Bühne, über die ganze Indianderstämme galoppieren, sagt Peter Krauskopf, „dann bebt die Erde bis zum Kahlen Asten.“

von Christine Krauskopf

Mehr über die Karl-May-Festspiele lesen Sie in der Mittwochsausgabe der OP.

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