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Marburg Wie man Fans wieder los wird: Go home
Marburg Wie man Fans wieder los wird: Go home
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18:01 19.02.2013
Marburg

Herr Schultze und Herr Schröder, die beiden komischen Typen vom WallStreetTheatre, haben einen sehr, sehr speziellen Humor. Aber der schien am Montagabend genau den Geschmack des Publikums getroffen zu haben, auch wenn viele der Gags alles andere als geschmackvoll waren. Auf jeden Fall boten die beiden Künstler eine schräge Mixtur aus Kalauern und Blödeleien, aus Zauberei und Jonglage, aus Blödsinn und Tiefsinn, aus Albernheiten und Witzeleien mit und ohne Niveau.

Das Ganze wurde präsentiert in waschechtem „Denglisch“ voller Pointen und Stilblüten, garniert mit Bemerkungen über das, was „typisch deutsch“ und was „typisch englisch“ ist. Die Deutschen: langweilig, ernst, humorlos? Wer weiß das schon. Die Engländer: steif, altmodisch, versponnen? Vielleicht. Ist ja auch egal. Diese beiden Exemplare, die vermeintlich von der Insel kommen, waren jedenfalls ziemlich witzig.

Da gab es viel schwarzen Humor: Ein verdrehter Mister Frankenstein flößte dem armen Versuchskaninchen einen grünen Zaubertrank ein. Heraus kam eine seltsame Kreatur, der ein giftiges Krokodil aus der Körpermitte wuchs.

Da gab es läppische Zaubertricks, bei denen überhaupt nichts klappte. Da gab es skurrile Jonglier-Einlagen, bei denen ständig was schief lief und die überhaupt nicht schwierig waren. Und da gab es Blödeleien in Reinkultur: den von Prinz Charles inspirierten Ohrentanz und ein Slow-Motion-Ballett mit schwebenden Plastiktüten in der Luft.

Am Schluss klemmte sich dann noch Herr Schultze ein Essstäbchen zwischen die Pobacken, und Herr Schröder schlug es mit einem Peitschenhieb zu Boden. Peinlich? Überhaupt nicht. Oder doch? Das Publikum amüsierten sich jedenfalls königlich.

Und so kam es, dass die Zuschauer die Künstler am Ende der Show partout nicht gehen lassen wollten. Die beiden ließen sich noch zu einer Zugabe überreden und brüllten dann zornig: „Go home!“ Nur widerwillig traten die Comedy-Fans den Heimweg an.

von Bettina Preussner

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