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Marburg Wie Gesang den Tod überwinden kann
Marburg Wie Gesang den Tod überwinden kann
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19:59 31.05.2010
Sebastian Gürtler (von links), Régis Bringolf, Gertrud Weinmeister und Florian Berner gestalteten in der Martinskirche Dautphe das Abschlusskonzert. Quelle: Michael Arndt

Eckelshausen. Während andere Musikfestivals auf die Zugkraft von Stars setzen, die ihre Programme heute in Hamburg, morgen in Berlin und übermorgen in Salzburg spielen, bieten die Eckelshausener Musiktage ihrem Publikum Konzerte, die so nirgendwo anders zu erleben sind. Das hat sich inzwischen weit über die Grenzen der Region hinaus herumgesprochen. Und so kommen zunehmend zahlreicher auch Besucher an die obere Lahn aus jenen Gegenden, die der globale Musik-Reisezirkus bedient. Die Veranstalter des kleinen, aber feinen Kammermusikfestivals durften sich deshalb über deutlich mehr Zuhörer als in den Vorjahren freuen, wovon andere Konzertveranstalter nur träumen können.

Für das Festivalfinale zum Thema „Romantik“ hatte der künstlerische Leiter Julius Berger vier Programme zusammengestellt, durch die sich ein heimlicher roter Faden zog: Es ging jedes Mal um letzte Werke, in denen große Komponisten oft eine ganz andere Sprache sprechen, als man es sonst von ihnen kennt.

Franz Schubert zum Beispiel in seinem letzten Streichquartett, das wegen seiner alle Grenzen der bis dahin gewohnten Kammermusik sprengenden Charakters erst 22 Jahre nach seinem Tod offiziell uraufgeführt worden ist. Das aus Schuberts Heimat Wien nach Eckelshausen angereiste Hugo-Wolf-Quartett widmete sich mit glühender Intensität der geradezu orchestral-dramatisch gesetzten Ausdrucksgewalt, ließ aber auch die sehnsuchtsvoll von einer besseren Welt singende Lyrik abstufungsreich Klang werden.

Wie Gesang den Tod überwinden kann, das hat Hans Christian Andersen in seinem wundervollen Märchen „Die Nachtigall“ beschrieben. Es ging am Freitagabend im Glaspavillon Velte Schuberts G-Dur-Quartett voraus, ausgesprochen bildhaft erzählt und dargestellt vom österreichischen Schauspieler Michael Dangl.

von Michael Arndt

Mehr dazu lesen Sie in der Dienstagsausgabe der OP.

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