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Marburg Wie Finnen Partnerschaften anbahnen
Marburg Wie Finnen Partnerschaften anbahnen
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18:36 10.12.2013
„Kurzweil“ verspricht „Bändi“-Keyboarderin und Sängerin Kris­tina Debelius.Foto: Heike Döhn
Marburg

Die Deutsch-Finnische Gesellschaft tagte in Marburg, und sie hatte die Band eingeladen, die sich seit Jahren dieser sehr speziellen Tanzmusik widmet. Mit großem ­Erfolg: Die Frankfurter Band „Bändi“ ist Creole-Weltmusikpreisträger Hessen 2011. Vor allem aber füllen die fünf Musiker ihre musikalische Nische mit so viel Herzblut, Charme und musikalischem Können aus, dass man ihnen die Verbindung von Finnland und Tango sofort abnimmt. „Bändi“ spielt klassische finnische Tangos aus den vierziger, fünfziger und sechziger Jahren, die Originale also. Allerdings in ganz eigenen Arrangements, die die Vorbilder achten, ihnen aber noch ein paar Ecken und Kanten verleihen, mit Anleihen beim Bossa Nova, beim Blues und sogar beim Jazz.

Dabei bleibt aber stets die melancholische Grundstimmung erhalten, die dieser Musik eigen ist. „Die Lieder handeln von der Sehnsucht, der unerfüllten Liebe - und von der Sehnsucht nach der unerfüllten Liebe“, erläuterte Sängerin und Keyboarderin Kristina Debelius, deren Stimme wunderbar eben diese Sehnsucht transportieren kann und wie geschaffen für diese Musik ist. Ebenso wie der Tenor von Tobias Frisch, der mit seinem Gesang, seinem Geigenspiel, aber vor allem auch mit seiner Performance die Musik dezent ironisierte, ohne sie durch den Kakao zu ziehen.

Das ist überhaupt das Schöne bei „Bändi“: dass sie aus dem Vortrag des finnischen Tangos etwas höchst Unterhaltsames machen, ohne dass das Gefühl, das dieser Musik innewohnt, angekratzt wird. Und das auf sehr hohem musikalischem Niveau, mit großer Leichtigkeit und punktgenauem Zusammenspiel - auch von Volker Denkel an der Gitarre, Johannes Kramer am Kontrabass und Thomas Salzmann am Schlagzeug. Viele der Stücke haben Ohrwurmcharakter, „Yön Kuningatar“ über die Königin der Nacht zum Beispiel, „Täysikuu“ im Lounge-Stil oder der Klassiker „Satumaa“.

Dass nicht getanzt wurde, kann eigentlich nur am fortgeschrittenen Alter vieler Besucher liegen, die es vorzogen, den bekannten Melodien einfach nur zu lauschen. Vielleicht hatte ihnen auch Frischs Erklärung Angst gemacht, dass der finnische Tango ein beliebtes Mittel zur Anbahnung von Lebenspartnerschaften sei und man denjenigen, der dreimal mit einem getanzt hat, mit nach Hause nehmen dürfe. Stattdessen wurde kräftig applaudiert. Und auf dem Heimweg haben viele bestimmt noch „Satumaa“ im Ohr gehabt, das Lied vom Märchenland.

von Heike Döhn

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