Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Wetter bereitet große Festspiele vor
Marburg Wetter bereitet große Festspiele vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:17 01.09.2014
Ziehen an einem Strang: Pfarrer Dr. Matthias Franz (von links), Regisseurin und Autorin Brunhilde Heß, Richard Heß, Vorsitzender des Festausschusses Wtter, Stadtarchivar Hans-Uffe Boerma, Dr. Martina Kepper, Vorsitzende des Vereins „Ehemalige Synagoge Wetter“ und Kay Weiß, Vorsitzender des Geschichtsvereins Wetter.Foto: Uwe Badouin
Marburg

Auf dem kleinen historischen Marktplatz in Wetter bekommt man einen Eindruck davon, dass Wetter eine der ältesten Städte im Kreis ist. Bereits 1223 wird Wetter als „civitas“ bezeichnet, 1229 erhält es Stadtrechte.

Aber Wetter ist älter. Schmucke mittelalterliche Häuser, von denen derzeit einige zu verfallen drohen, stehen in der kleinen Altstadt. Sie künden vom einstigen Wohlstand der Stadt. Dies gilt auch für die prächtige und wunderbar restaurierte Stiftskirche.

Direkt neben der Kirche stehen noch Reste der Mauern eines Kanonissenstifts. Das wird im kommenden Jahr 1000 Jahre alt. Stadtarchivar Hans-Uffe Boerma, das lebende Gedächtnis der Stadt Wetter, hat rechtzeitig auf das Jubiläum hingewiesen und offene Türen eingerannt. Gemeinsam mit Dr. Matthias Franz, Pfarrer der Stiftskirche Wetter, Kay Weiß, Vorsitzender des Geschichtsvereins Wetter, Dr. Martina Kepper, Vorsitzende des Vereins „Ehemalige Synagoge Wetter“, der Autorin und Regisseurin Brunhilde „Bruno“ Heß, deren Mann Richard Heß, Vorsitzender des Festspielausschusses Wetter, und Bürgermeister Kai-Uwe Spanka bereiten sie die Jubiläumsfeier mit einem großen Theaterstück vor. Es ist eine Kooperation der Stadt Wetter mit der evangelischen Kirchengemeinde.

Das Stück ist bereits weitestgehend fertig, sagt Bruno Heß. 80 Sprechrollen verteilt auf 50 Darsteller hat sie vorgesehen. Insgesamt werden zwischen 70 und 100 Menschen vor und hinter den Kulissen mitwirken.

Erzählt wird die Geschichte des Kanonissenstifts von der Gründung im Jahr 1015 bis zur Schließung während der Reformation. Das Wetteraner Stift war nicht groß, aber wohlhabend, erklären Boerma und Weiß. In dem Stift lebten junge, unversorgte adlige Frauen, die Stiftungen einbringen mussten, um aufgenommen zu werden. Dem Stift gehörten nach Recherchen Boermas rund 90 Höfe und Güter. Kanonissen legten zwar ein Gelübde ab, lebten aber deutlich freier als etwas Nonnen. Sie konnten das Stift auch jederzeit wieder verlassen - rechtlich zumindest.

Das Theaterstück will anhand von vier Szenen die Geschichte des Stifts und den Alltag dieser Zeit in der Stadt Wetter erzählen, sagt Brunhilde Heß. Im 13. Jahrhundert geht es um die Auseinandersetzungen zwischen den Landgrafen von Hessen mit ihren Sitz in Marburg und dem Erzbischof in Mainz. Im 14. Jahrhundert wurde die Stadtmauer errichtet, im 15. Jahrhundert geht eine große Stiftung nach Wetter und im 16. Jahrhundert läuten die Bauernkriege und die Reformation das Ende des Stifts ein.

Erinnert werden soll an das große Jubiläum mit drei Aufführungen an der Stiftskirche rund um Himmelfahrt 2015 und einem großen historischen Stadtfest rund um den Klosterberg, betont Pfarrer Franz. Erwartet wird am Himmelfahrtstag auch Professor Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Wetter ist zwar seit Jahrzehnten eine Amateurtheater-Hochburg. Doch das Festspiel bedeutet eine enorme Belastung für die Laiendarsteller: Denn selbstverständlich muss auch „Das Vogelbärbchen“, das traditionelle und beliebte Grenzgangs-Festspiel, gestemmt werden. Und der Theaterverein Wetter plant natürlich auch eigene Produktionen.

Bürgermeister Spanka ist zuversichtlich, dass es gelingt und dass die Jubiläumsfeiern „1000 Jahre Kanonissenstift Wetter“ auch kostendeckend bleiben.

von Uwe Badouin

Die belgische Kleinstadt Dinant gedenkt ihrer Opfer im Jahr 1914 und kommt mit ihren Besuchern aus Marburg ins Gespräch.

20.08.2014
Marburg 100 Jahre Erster Weltkrieg - Heimatfront: "Eine Welt ohne Männer"

Die Veranstaltung der Marburger Lichtspiele am 30. Juni 1916 klingt wie die Beschreibung des Alltag während des Ersten Weltkrieges in der Stadt: Aufgeführt wird ein"Schwank in 4 Akten" mit dem Titel "Eine Welt ohne Männer".

15.08.2014

Otto Dettmering (1899 - 1992), Pfarrersohn aus Niederwalgern, erlebte den Beginn des Ersten Weltkriegs als 15-Jähriger.

08.08.2014
Anzeige