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Wer Sorgen hat, hat auch Likör!

Theater Wer Sorgen hat, hat auch Likör!

Fast wäre der Abend doch zu der angekündigten theatralischen Katastrophe geworden. „Der zerbrochne Krug … findet doch statt” mit Matthias Kniesbeck konnte nicht stattfinden. Der Schauspieler war erkrankt.

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Felix Oliver Schepp (links) und Frank Roder, unschwer als Witwe Bolte zu erkennen, präsentierten „Das Beste von Wilhelm Busch“ in der Alten Kirche Niederweimar.

Quelle: Manfred Schubert

Niederweimar. Dass 40 Zuschauer in der Alten Kirche dennoch zu dem angekündigten „schauspielerischen und komödiantischen Hochgenuss“ kamen, war zwei ganz kurzfristig eingesprungenen Kollegen Kniesbecks vom Theaterschiff in Hamburg zu verdanken. Sie boten ihr furioses kabarettistisch-satirisches Programm „Dumme Gedanken hat jeder – Das Beste von Wilhelm Busch“ dar, mit dem sie seit der Premiere im Januar das Publikum der Hansestadt begeistern.

Die von dem Programmwechsel überraschten und somit unvorbereiteten Gäste wunderten sich manchmal selber, wie viele Verse des scharfzüngigen Humoristen und Urvaters des Comics ihnen im Verlauf des Abends wieder gewärtig wurden.

Die Schauspieler Frank Roder und Felix Oliver Schepp, die in ihren schwarzen Fräcken und karierten Hosen stark an Lehrer Lämpel und andere typische Figuren Buschs erinnerten, freuten sich, dass die Zuhörer nicht nur still konsumierten, sondern von ihren Vorträgen mitgerissen wurden und ganze Strophen wie „Es ist ein Brauch von alters her, wer Sorgen hat, hat auch Likör“ laut mitdeklamierten.

Mit viel Spielfreude, Klavier und Gesang und einfachen Utensilien wie einer weißen Haube und zwei von Zuschauer zu „Körbchengröße A“ aufgeblasenen Luftballons unter dem Hemd oder einer Haarschleife, Schürze und Kochlöffel ließen sie rasch erkannte Gestalten wie die Fromme Helene oder Witwe Bolte lebendig werden, brachten die Bildergeschichten sozusagen zum Laufen.

Wie viel die Künstler in dem zweistündigen Programm nicht hatten unterbringen können, verdeutlichten sie kurz vor Schluss mit einer rasend schnell verlesenen langen Liste von Figuren Buschs, die an dem Abend nicht vertreten waren.

Mit viel Applaus dankten die Zuschauer für den unglaublich komischen und unterhaltsamen Abend und erklatschten sich als Zugaben zwei weitere Szenen aus Max und Moritz, den jahreszeitlich passenden Maikäferstreich und den Pfeifenstreich an Lehrer Lämpel.

Einige Gäste erklärten mit heiterer Miene, nun Lust bekommen zu haben, sich Wilhelm Busch wieder einmal vorzunehmen. Enttäuscht über den Programmwechsel zeigte sich niemand.

Ohnehin war der Eintritt, wie bei allen Veranstaltungen des Kultur- und Fördervereins Alte Kirche Niederweimar, frei.

von Manfred Schubert

Mehr lesen Sie am Montag in der gedruckten OP.

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