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Marburg Weidenhäuser Brücke: Meinungen zur Sperrung
Marburg Weidenhäuser Brücke: Meinungen zur Sperrung
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09:55 05.03.2018
So sieht sie aktuell aus, die gesperrte Weidenhäuser Brücke. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Beim frühmorgendlichen Blick aus dem Fenster, schüttelt Berthold Meier den Kopf. Unter ihm auf der Stadtautobahn, rund um die Ausfahrt Marburg-Süd ist Schleichfahrt angesagt. Und auch weiter nördlich, rund um den Hauptbahnhof quält sich der Berufsverkehr seit Tagen noch mehr über den Asphalt als sonst. „Ich beneide keinen, der jetzt aufs Auto angewiesen ist. Und das sind ja viele in unserer Gegend“, sagt Meier, Ex-Außendienstler.

Die B 3-Staus sind nun auch in den Fokus von Hessen Mobil gerückt: Sollten sich weiterhin große Rückstaus bilden, müsse­ man das Signalprogramm an den Südspange-Ampeln verändern, „um auf die neuen ­Verkehrsströme zu reagieren“, heißt es auf OP-Anfrage. Längere Grünzeiten an einer Stelle­ könnten aber Konsequenzen für Autofahrer an anderer Stelle haben. „Wir müssen die innerstädtische Verkehrssituation im Blick behalten, damit sich nicht wiederum an anderen Stellen massive Rückstaus bilden.“

von Björn Wisker

Umfrage

Heinrich Schmidt aus Marburg: "Ich habe mir die Auswirkungen schlimmer vorgestellt. Vielleicht liegt es auch an den Semesterferien, aber mir scheint es relativ leer zu sein."

Berthold Meier aus  Marburg: "Ich finde die ganze Sperrung lächerlich. Letztes Jahr wurde von der Stadtspitze die Dringlichkeit einer Brückensanierung noch abgestritten, jetzt plötzlich musste alles ganz schnell gemacht werden."

Markus Bollstedt aus Kirchhain: "In den vergangenen Tagen­ habe ich vor Dienstbeginn und nach Feierabend verschiedene Wege zu meinem Ziel ausprobiert, länger als sonst dauerten alle Varianten.

Uwe Fischbach aus Wetter:" Die Verkehrsprobleme in der Nordstadt gibt es, seit die Verkehrsführung in der Robert-Koch-Straße geändert wurde. Aber seit der Brückensperrung ist es eine Katas­trophe. Für einen Kilometer Luftlinie brauche ich manchmal eine Viertelstunde. Wäre damals der Behring-Tunnel gebaut worden, wären sie heute alle ­Sorgen los. "

Beate Witt aus Marburg: "Ich wohne mit  meiner Familie nicht weit entfernt von der Weidenhäuser Brücke stadtauswärts. Beim Transport meiner Tochter per Auto zum Cello-Unterricht in die Martin-Luther-Schule hatte ich die ungewohnten neuen Fahrwege nicht völlig parat und geriet dabei über die Robert-Koch-Straße und die Uferstraße in eine Sackgasse. In unmittelbarer Nähe der Brücke ist das Spazierengehen aber jetzt viel entspannter ."

Hermann Naumann aus Marburg: "Ich wohne Am Grün in unmittelbarer Nähe der Brücke. Seit Anfang der Sperrung sind „Am Grün“ viel weniger Menschen unterwegs. Aus Spaß habe ich überlegt, ob ich als Anlieger der Lahn jetzt künftig mit meinem eigenen Floß die Lahn überqueren könnte. Das mache ich jetzt doch nicht. Ich ­fahre nach wie vor bei kürzeren Wegen mit dem Fahrrad."

Wolfgang Klein aus Ginseldorf: "Ich bin richtig sauer auf die Politiker. Wegen denen muss ich jetzt täglich zehn Kilometer mehr mit dem Auto zur Arbeit bei einer der Behring-Nachfolgefirmen fahren, weil es auf meiner regulären Strecke durch das Nordviertel sonst zu viel Stau gibt. Die Stadt hat es versäumt, einen richtigen Plan zu machen. Von mir aus kann die Brücke aber weiter gesperrt bleiben, wenn dafür der Behring-Tunnel gebaut wird.“

Carola Zentgraf aus Marburg: "Ich bin ein bisschen verärgert auf die Stadtwerke. Denn nicht an allen Haltestellen waren die Ersatz-Fahrpläne der Buslinien ausgehängt. Das hat sich besonders für die Schulkinder in der Winterkälte negativ ausgewirkt. Mein Sohn wollte sich eigentlich zum Sommer einen Motorroller kaufen und damit zur Martin-Luther-Schule fahren. Weil das aber wegen der Sperrung einen Riesenumweg bedeuten würde, fährt er weiter mit dem Fahrrad zur Schule."

Carmen Marten aus Oberweimar: "Ich arbeite in Marburg, morgens um 6 Uhr ist die Abfahrt Marburg Mitte auch kein Problem. Aber zum Einkaufen fahre ich nicht mehr in die Stadt, das tu ich mir nicht an. Ich fahre stattdessen nach Gladenbach."

Oliver Batz aus Sterzhausen: "Ich hatte mir Sorgen gemacht, dass ich früher von der Arbeit wegfahren muss, um meine Tochter pünktlich aus dem Kindergarten abholen zu können. Für mich gibt es leider keine­ ­Alternativ-Strecke."

Lars Rücker aus Stadtallendorf: "In den Zeiten morgens und nachmittags, die für mich als Arbeitnehmer wichtig sind, ist es in dieser Woche richtig schlimm gewesen. Hoffentlich ändert sich das."

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