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Marburg Waldtalstraße ab diesem Mittwoch gesperrt
Marburg Waldtalstraße ab diesem Mittwoch gesperrt
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08:01 29.08.2018
Ein Haufen Asphalt, der im Zuge des Rückbaus von einem Waldweg entfernt wurde. Im Verlauf diesen Jahres sollen die ersten zwei
Kilometer der Waldtalstraße ebenfalls erneuert und entsiegelt werden. Quelle: Ina Tannert
Marburg

Trotz aller Proteste von Waldbesuchern nach einem asphaltierten Wegstück, beginnen die Abrissarbeiten fristgemäß. Ende des Jahres soll der neue Splittweg fertig sein.

Der Weg wird in den nächsten 14 bis 16 Wochen in einem ersten Streckenabschnitt komplett abgetragen und ist bis Dezember für Besucher aller Art gesperrt. Grund ist die Kompletterneuerung der Trinkwasserfernleitung durch den Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke (ZMW). Dieser plant, auf einer ersten Teilstrecke von rund 2000 Metern die Leitungen zwischen Waldtal und Bauerbach auszutauschen.

Zuvor wird die Oberfläche, die sogenannte Schwarzteerdecke, beginnend ab der Panoramastraße in Richtung Katharinenberg und Bauerbach, mit schwerem Gerät abgefräst. Im Anschluss werden nach und nach neue Rohre parallel zur alten Leitung verlegt, die während der Bauarbeiten weiterhin für die Wasserversorgung genutzt wird.

Rund 30 bis 50 Meter an Rohren sollen am Tag verlegt werden, berichtet Marcus Schäfer, vertretender Abteilungsleiter der Abteilung Wasserversorgung des ZMW. Im Anschluss werden in gleicher Trasse ebenfalls vorhandene Fernmeldekabel erneuert, die zur Steuerung der Anlagentechnik erforderlich sind. Die Oberfläche des Weges wird am Ende durch Hessen Forst mit einem Mineralgemisch neu aufgebaut und verdichtet.

Pläne heizten Debatte um Nutzungsrechte im Wald an

Dieser sogenannte Rückbau des Waldweges hatte in den vergangenen Wochen von verschiedener Stelle zu Protesten geführt. Während manche die Entsiegelung begrüßen, lehnten unter anderem einige Radfahrer und Laufgruppen den neuen Belag als – im Vergleich zu Asphalt – weniger geeigneten Untergrund ab. Auch heimische Lokalpolitiker hatten sich beim Umweltministerium gegen den Rückbau und zugunsten des Radverkehrs ausgesprochen. Bisher ohne Erfolg. Das Ergebnis eines klärenden Gesprächs zwischen Stadt und Forstwirtschaft steht noch aus.

Die nun anstehende Maßnahme kostet rund 1,5 Millionen Euro und ist der erste von zwei Bauabschnitten entlang der Waldtalstraße, unter der die gesamte Leitung verläuft.

Im zweiten Teil sollen weitere zwei Kilometer Leitungsnetz ebenso erneuert und die Strecke erneut gesperrt werden. Wahrscheinlich schon im kommenden Jahr, „ganz sicher ist das noch nicht“, schätzt Schäfer. Der zweite Abschnitt beginnt am Ende des ersten unterhalb des Katharinenbergs und führt in Richtung Bauerbach.

ZMW: Je nach Wetter werden Wege gesperrt

Die Wasserversorgung bleibe die gesamte Bauzeit hindurch erhalten, verspricht Schäfer. Denn die neue Leitung wird parallel zur alten verlegt. Die wurde in den 1970er-Jahren gebaut, war bereits brüchig und wies zuletzt Korrosionsschäden und Löcher von einer Größe „von einer Euromünze“ auf. Der neue Kanal besteht daher aus sogenanntem Duktilguss, einem veredelten Gusseisen, das weniger spröde sein soll.

Je nach Baufortschritt, der mitunter vom Wetter abhängig sein wird, müssen laut ZMW zeitweise einzelne Wald- und Forstwege teilweise oder voll gesperrt werden.

Ebenso davon betroffen wird die Straße Ginseldorfer Weg sein. Die Sperrung soll aber nicht vor Oktober beginnen. Waldbesucher müssen etwa bis Dezember die Waldtalstraße umgehen. Eine entsprechende Beschilderung für die Umleitung soll in den kommenden Tagen installiert werden.
Ziel des millionenschweren Großprojekts sei die Sicherung der Trinkwasserversorgung von Marburg, dem Standort Behringwerke sowie den Gemeinden Lahntal und Dautphetal, die ebenfalls durch das Leitungsnetz versorgt werden.

von Ina Tannert