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„Wärst Du doch im Kloster geblieben“

La Favorita „Wärst Du doch im Kloster geblieben“

Das Gießener Premierenpublikum feierte Helmut Polixas Inszenierung von Gaetano Donizettis Belcanto-Drama „La Favorita“

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Klare, kraftvolle Stimmen, schillernde Kostüme und stimmiges Bühnenbild: Das Gießener Premierenpublikum feierte am Samstag die Premierenvorstellung der Belcanto-Oper „La Favorita“.

Quelle: Rolf K. Wegst

Gießen. Auf einmal glitzert es wie auf der Diamantenbörse. Da König Alfonso im Angesicht des möglichen Kirchenbanns und des militärisch siegreichen Fernando diesem im dritten Akt den Wunsch nach seiner Leonora gewährt, tritt Giuseppina Piunti in einem Brautkleid auf die Bühne des Stadttheaters, das selbst den Zuschauer in der hintersten Reihe noch blendet. Trotz leichter Erkältung singt Piunti dazu auch noch wie ein Juwel.

Eine von der Tonlage äußerst seltene Partie ist die „Favorita“ Leonora. Irgendwo zwischen Lyrischem und Dramatischem Sopran angesetzt, und Piunti, die in Gießen schon als Norma, Lucrezia Borgia und Carmen zu erleben war, erfüllt sie vortrefflich: Kraftvoll, zart und wendig, fein und schillernd mit einer leicht herben Note singt sie vom Leid ihres Versteckspiels als königliche Mätresse und von ihrer Liebe zum einstigen Novizen und emporgestiegenem Offizier Fernando, den Xavier Moreno nicht weniger brillant zu singen vermag.

Der sympathische Tenor meistert die leisen wie ausdrucksstarken Szenen mit einer Souveränität und Weichheit, die manchen Besucher so verblüffte, dass er meinte in einem Opernhaus erster Güteklasse zu sein.

Weitere Aufführungen: 24. Januar sowie 21. Februar, 6. März und 1. April jeweils um 19.30 Uhr.

von Martin Schöller

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Dienstagsausgabe der OP.

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