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Marburg Von feinen Linien und der „Fülle der Leere“
Marburg Von feinen Linien und der „Fülle der Leere“
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18:16 14.02.2013
Marburg

Es ist eine leise, eine fast meditative Ausstellung, die der Kunstverein heute um 18 Uhr eröffnet. Zu sehen sind Werke zweier asiatischer Künstler - sehr verschieden in Material und Technik und doch in gewisser Weise ähnlich. Die Kunst und der Ausdruck sind reduziert auf das Notwendigste. Nichts Schreiendes, nichts Grelles ist dort zu sehen.

Youngla Park kommt aus Korea, ist in Seoul aufgewachsen und hat dort Malerei studiert. 2003 kam sie zum Studium der Kunstgeschichte, Grafik und Malerei sowie Sinologie nach Marburg. Zwar lebt und arbeitet sie heute in Los Angeles, doch kann sie der lauten, lärmenden Metropole wenig abgewinnen: „Es gibt kaum Natur, es ist sehr hektisch und es gibt viele Obdachlose“, sagte sie im Gespräch mit der OP.

Sie zeigt Zeichnungen und ihr zentrales Thema sind Linien, die sie in stunden-, tage- und wochenlanger Arbeit mit Blei- und Buntstiften auf Papier bannt, die sich scheinbar zu imaginären, extrem reduzierten Landschaften formen. Und doch sind diese unglaublich feinen Spirallinien der eigentliche Zweck ihrer Bilder. Farben setzt sie sehr zurückhaltend ein.

Eine Etage höher hängt die meist großformatige Malerei von Hideaki Yamanobe, der in Tokio und Basel studierte. „Die Fülle der Leere“ hat er seine Ausstellung betitelt: Acryl, Sand und Leinwand sind seine Materialen. Helle, graue Flächen mit Ritzungen bestimmen seine Bilder. Leere Räume? „The Birthplace - Memory Seaside Yotsukura in Fukushima“ heißt eine Bilderserie: Nichts ist zu sehen außer hellen und grauen Gemälden, nur eine Horizontlinie trennt die leeren Flächen in oben und unten. Und nichts ist wie es war in Fukushima nach dem verheerenden Tsunami und der Atomkatastrophe.

von Uwe Badouin

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