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Marburg Von ersten Dates und weisen Steinen
Marburg Von ersten Dates und weisen Steinen
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18:30 25.06.2012
Je schlechter das Wetter wurde, desto näher rückten die Zuhörer an die Autoren, links Christiane Strobach, beziehungsweise unter das Dach des Lesezelts.Foto: Manfred Schubert Quelle: Manfred Schubert
Marburg

Bereits bei der Eröffnung durch den Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern, Presse- und Kulturreferent Dr. Markus Morr und Hermine Geißler von der Schreibwerkstatt Marburg musste erst einmal das Lesezelt mit zusätzlichen Verankerungen vor dem Wegfliegen gesichert werden, später gab es Regengüsse. Einige Zuhörer hielten dennoch sogar den ganzen Tag durch.

An literarischer Abwechslung herrschte kein Mangel. Acht freie Autorinnen und Autoren sowie 32 im Marburger Autorenkreis, in der Schreibwerkstatt Marburg und der Schreibwerkstatt Theater Gegenstand organisierte Literaturschaffende aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf trugen knapp sechs Stunden lang in zwei Lesezelten unterschiedlichste Werke von Lyrik bis Prosa, von Krimikurzgeschichten bis zu Erzählungen über das erste Kennenlernen zwischen Mann und Frau vor. Für die jüngsten Zuhörer erzählte Hannelore Rink Märchen. Und wer zwischendurch keinen Worten lauschen mochte, konnte die Gitarrenklänge von Johannes Treml genießen. Er spielte mal neben den Informationspavillons der Autorengruppen und -vereine, mal abseits auf einer Wiese Klassisches bis Lateinamerikanisches.

In ihre sehr lebendige Lesung bezog Dr. Ingeborg Guba die Zuhörer mit ein. In „Die Weisheit der Steine“ ließ sie drei Steine in der Lahn miteinander reden. Unter den Zuhörern verteilte sie Buntsandstein-, Basalt- und Kalksteinstücke, die diese in die Höhe halten sollten, wenn der jeweilige Stein sprach. Sie unterhielten sich über ihre Herkunft, was sie Gutes für die Menschen tun, beispielsweise der Kalkstein für kräftige Knochen und schöne Zähne. „Und was wäre die heilige Elisabeth ohne meine rosenfarbenen Ornamente?“, ließ sich der Sandstein vernehmen.

Nach der lehrreich-unterhaltsamen Geschichte durften sich die Zuhörer einen der vielen Steine, die die Geologin an ihrem Hemd an Kettchen befestigt hatte, aussuchen und mitnehmen, die übrigen verschenkte sie an weitere Besucher, denen sie im Botanischen Garten begegnete.

Vereine stellen sich und ihre Arbeit vor

Die meisten Zuhörer hatten sich auf das Wetter eingestellt und ließen sich auch durch Regenschauer nicht aus der Konzentration bringen oder gar vertreiben. Als beispielsweise der Cappeler Autor Rainer Güllich seinen amüsanten Kurzkrimi „Dumm gelaufen“ las, spannten sie kurzerhand ihre Schirme auf.

Sowohl Zuhörer wie Autoren genossen die Veranstaltung im stimmungsvollen Ambiente des Alten Botanischen Gartens. Neben Schreibenden, die bereits einiges publiziert oder schon Preise gewonnenen haben, bot der LiteraturPARKours auch jungen, bislang unveröffentlichten Autoren und Autorinnen wie Alice Moustier Gelegenheit, ihre Texte vor interessiertem Publikum zu präsentieren. Die 25-Jährige wohnt seit dreieinhalb Jahren in Marburg und lernte über die Volkshochschule die Schreibwerkstatt kennen. Sie las zwei Geschichten über erste Dates, darunter „Drei Wetter Taft“, die demnächst in der Zeitschrift „Veilchen“ erscheinen soll.

In ihren Pavillons präsentierten die Vereine und Gruppen Anthologien und Einzelwerke ihrer Autoren und informierten über Angebote und Mitwirkungsmöglichkeiten. Auch die Volkshochschule und das Staatliche Schulamt waren mit Ständen vertreten. Nur der Speaker‘s Corner blieb diesmal weitgehend verweist. Lediglich zwei Besucher nutzten die Gelegenheit zu eigener freier Rede, einer davon unter dem Protest seiner kleinen Tochter.

von Manfred Schubert

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