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Marburg Von der Leichtigkeit, eine Bank auszurauben
Marburg Von der Leichtigkeit, eine Bank auszurauben
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18:05 01.11.2013
Kommissar Scholz (Hans Harmut Grünke) plaudert mit Hedwig (Anne Kaiser).Foto: Ben Wangler
Marburg

Zwei vermummte Gestalten schleichen auf die Bühne, ein gediegen eingerichtetes Wohnzimmer. Während das Licht aufblendet, schwatzen die kohlschwarz gekleideten Hausfrauen über Vasen, Männer, von der Leichtigkeit eines Bankraubs und plötzlich fällt ihnen auf: die Dritte im Bunde fehlt.

So kämpfen die naiv-tapsigen Vivien (Ramona Schlotzer), Lisbeth (Friedel Frankenberger) und Hedwig (Anne Kaiser) mit Rückenschmerzen und abgebrochenen Fingernägeln, verkuppeln schamlos den kauzigen Kommissar Scholz (Hans Harmut Grünke) mit Lisbeth und sind ganz unbeeindruckt, als Erpresser Giovanni Attolini (Karin Wölfer) sie mit gezogener Schusswaffe zur Herausgabe der Millionen zwingen möchte.

Dazu schleicht die urdeutsche Nachbarin Frau Aschenbrenner (Anne Marie Eberle) durchs Wohnzimmer und entdeckt hinterm Sofa drei Mülltüten, ahnt jedoch nicht, dass sich darin das geraubte Geld befindet. Mit dem Kommentar „In einem deutschen Wohnzimmer darf doch kein Müll liegen“, schleppt sie es zur Müllabfuhr und stiftet unabsichtlich Chaos. Viviens Ehemann Erwin (Metin Gemril) bleibt gelassen und gutmütig trotz des Durcheinanders, das die Frauen anrichten, vor allem wenn sie sich mit Decknamen anrufen oder Hedwig die Rolle der polnischen Olga annimmt.

So dient in vielen Szenen das Bankraub-Sujet eben dazu, Verwechslungen, Sprachwirrungen, Zufälle, lustige Flunkereien und Ausreden auf die Bühne zu zerren und ulkig vorzuführen.

Rolf Salomons Dreiakter wird gerne von Laientheatern gespielt und in der Waggonhalle ist Theaterpädagogin Karin Wölfer und den „Aktören“ eine humorvolle und engagierte Inszenierung gelungen. Leider hatte bei der Premiere die Souffleuse Christiane Barie reichlich zu tun. Es bleibt zu hoffen, dass die Textsicherheit bei kommenden Aufführungen besser wird.

Die im September 2008 gegründete Gruppe „Aktöre 50+“ feierte mit „Heiße Bräute machen Beute“ ihr 5-jähriges Jubiläum. Das Stück ist noch am 30. November im Bürgerhaus Cappel zu sehen.

von Ben Wangler

In die Ferne schweifen - das haben ihre Augen fast verlernt. Seit vier Jahren sieht sie die immer selbe Umgebung - ihr Zimmer in einem Gießener Pflegeheim. Jetzt hat sich Maria Langstroff einen Traum erfüllt: ein letztes Mal das Meer sehen. Koste es, was es wolle. Und wenn es ihr Leben ist.

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