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Marburg Von der Bretagne über Irland nach Südamerika
Marburg Von der Bretagne über Irland nach Südamerika
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18:03 11.06.2015
Takayoshi Sasano und Clotilde Trouillaud spielten im Kulturladen erstmals gemeinsam irische und bretonische Musik im Duo. Quelle: Manfred Schubert
Marburg

Drei der Dozenten präsentierten am Sonntagabend vor 110 Zuhörern zweieinhalb Stunden ihre speziellen Stilrichtungen auf Harfen unterschiedlicher Herkunft. Clotilde Trouillaud spielte auf einer Harfe aus Wales Musik aus ihrer Heimat, der Haute-Bretagne. Neben Tänzen waren darunter auch melancholisch anmutende Stücke sowie wehmütige Melodien, die allein durch ihre Klänge Geschichten erzählten.

Nach diesem eher ruhigen Auftakt gab es eine Premiere. Wie Trouillaud berichtete, habe sie in Lauterbach einen neuen Freund kennengelernt, den japanischstämmigen deutschen Harfenisten Takayoshi Sasano.

Bei diesem war vor einigen Jahren die Leidenschaft für irisch-keltische Musik geweckt worden. Nun spielte er auf seiner bretonischen Harfe gemeinsam mit Trouillaud zunächst eine Ronde, dann zwei irische Tänze und schließlich eine irisch-bretonische Mischung.

Nach der Pause brachte Sasano eine gute Prise irischer Kneipenstimmung ins KFZ. „Es ist überfüllt, geräuschvoll, laut, aber es macht Spaß“, hatte er gesagt, und so war es. Bald wippten die Füße im Takt mit, und den „Hardshoe-dances“, wie man sie aus der Riverdance-Show kennt, ließ der virtuose Sasano einige romantisch-verträumte Slip-Jigs folgen.

Wenn Slip-Jigs in einer Session gespielt würden, passierten immer zwei Sachen, meinte Sasano: „Die Leute werden ganz still, oder sie holen sich Guinness.“ Im KFZ waren sie erst still, dann bejubelten sie den Musiker lautstark.

Am Ende entführte Sylvia Reiß, ein „Urgestein“ der Harfenszene die Zuhörer nach Übersee. Zum Teil sehr kraftvoll und energisch die Saiten ihrer Tiroler Volksharfe zupfend präsentierte sie lateinamerikanische Rhythmen aus Venezuela und Paraguay, den „Libertango“ von Astor Piazolla sowie Milongas, die „eher sportliche Variante des Tangos“, wie sie sagte.

Außerdem spielte sie zwei sehr interessante Stücke der von ihr sehr geschätzten kalifornischen Harfenistin Deborah Henson-Conant. Die vom Publikum geforderte Zugabe gab Reiß in Form des erneut lateinamerikanisch klingenden Stücks „Mescalito“, das der Tiroler Gerhard Lippold komponierte.

von Manfred Schubert