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Von Calypso bis Zarathustra

Konzert Von Calypso bis Zarathustra

Wer bei Steeldrum Orchester vor allem an Karibik und Calypso, an den exotischen Klang von Sonne und Strand mit Glockenspiel- und Vibraphonmusik dachte, lag nicht ganz falsch. Aber auch nicht ganz richtig.

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Marburg. Bäng Bäng aus Dortmund zeigte schnell, das man auf den einzigartigen, aus Ölfässern hergestellten Instrumenten, viel mehr als nur trommeln kann – es lässt sich darauf nahezu jede Art von Musik mit unerwartet großer Dynamik spielen.

Weshalb auch die Erfinder der Tonerzeuger aus Trinidad, wo die britischen Kolonialherren in den 1930 Jahren afrikanische Schlaginstrumente verboten hatten, die in den USA populäre Bezeichnung Steeldrum als abwertend empfinden und Steel Pan, also „Stahlpfanne“, bevorzugen.

Erfüllte die „Unchained Melody“ der zu Konzertbeginn in die Waggonhalle einmarschierenden Vierergruppe noch die Vorerwartungen der wohl meisten der 70 Besucher, so übertraf das vom 13-köpfigen Gesamtensemble vorgetragene populäre Carlos-Santana-Stück „Oye como va“ diese schon bei weitem. Und mit dem vom Komponisten Martin Buschmann dirigierten ruhigen, melodiösen Intro zu „Im Mai“, mit dem sich das Orchester 2000 an einem Wettbewerb europäischer Steelbands in Paris beteiligte, zeigte sich die leise, zarte Seite der „Pfannen“.

Nach einigen flotteren Titeln und der Pause verursachte ein als (rasch von den Besuchern identifiziertes) Ratestück angekündigtes Werk zunächst überraschte Gesichter, dann Begeisterung. Die Einleitung zu „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss ertönte erst orchestral-pompös, dann stark rhythmisiert und sehr spannend arrangiert.

von Manfred Schubert

Mehr lesen Sie am Mittwoch in der gedruckten OP.

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