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Von Achim, Jürgen und dem Gerät

Rolf Miller in Marburg Von Achim, Jürgen und dem Gerät

Rolf Miller betritt die Bühne, Erdogan und Trump bekommen jetzt tüchtig was ab. Rund 350 Zuhörer wussten den Humor aus Baden-Württemberg zu schätzen.

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„Alles andere ist primär“ lautet der Titel von Rolf Millers aktuellem Programm. In Marburg begeisterte er 350 Besucher mit Klamauk rund um Politik und das wahre Leben.

Quelle: Guido Schröder

Marburg. „Tja, der Erdogan sieht natürlich auch ned ein, warum er was dran ändern soll, wenn halt seine Diktatur demokratisch gewählt wird. Hier in Deutschland gehen dann auch noch zich Türken auf die Straße und demonstrieren für ihn! Freilandhühner, die für Käfighaltung eintreten, sach ich da nur.“

Die Politik und vor allem die Herren Erdogan, Putin und Trump, also „Two and a half Men“ wie er sie nennt, haben es Rolf Miller angetan in seinem neuesten Programm „Alles andere ist primär“. Damit gastierte Miller am vergangenen Freitag zum ersten Mal im KFZ in Marburg. Bei Trump stand in Millers Freundeskreis früh fest: „Wenn der die Mehrheit hat, dann gewinnt der die Wahl!“

Neben der Politik kommen Themen wie Freundschaft, Liebe und Beruf nicht zu kurz bei dem mal kalauernden, mal zugespitzt vereinfachendem Kabarettisten mit dem starken Odenwälder-Dialekt. Bewusst breitbeinig sitzend und biertrinkend fängt er immer wieder Sätze an und lässt sie gezielt ins Leere laufen, wenn er nicht auf Blödeleien mit rhetorischen Unterbrechungen setzt. „Vom Achim die Schwester, also da sah es jobmäßig ja lange ganz schlecht aus, die hat ja nix gefunden.“ Pause. „Gut, sie hat halt auch ned gesucht.“

„Frauen nur noch ambulant“

Der Freundeskreis um die Brüder „Achim“, „Jürgen“ und deren groß geratene „kleine“ Schwester „das Gerät“, sind dabei immer wieder Ausgangspunkt von Millers Erzählungen.

Die rund 350 Gäste, welche die neuen Kulturhallen komplett ausfüllten, wussten den Humor aus Baden-Württemberg jedenfalls zu schätzen: Miller erntete schallendes Gelächter und immer wieder Applaus. Privat scheint der seit 1991 aktive Komiker allerdings sehr nüchterne Ziele zu verfolgen: „Also bei Frauen hab‘ ich mir vorgenommen, das da nix mehr stationär geht, nur noch ambulant!“

„Glutenfreie Ingwergesichter“

Thomas Hedrich und Veronique Bodenstädt waren zwei der vielen Gäste, die den Kauf der Eintrittskarten nicht bereut hatten. „Ich hatte mir das Programm im KFZ angesehen und mir dann über Youtube die Kabarettisten rausgesucht, von denen ich dachte, dass sie uns am besten gefallen würden. Die Karten gab es dann zu Weihnachten“, berichtete Veronique Bodenstädt. Der Beschenkte teilte offensichtlich die Einschätzung seiner Freundin: „Mein Zwerchfell ist jetzt in der Pause schon gut strapaziert, alleine solche Formulierungen wie glutenfreie Ingwergesichter, herrlich!“

von Marcus Hergenhahn

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