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Vögel - fotografiert und getöpfert

Neue Ausstellung Vögel - fotografiert und getöpfert

Eine Doppelausstellung mit Fotos von Dr. Michael Ellwardt und Keramiken von Brigitte Schmitz bildet den Auftakt zu einer fünfteiligen Ausstellungsreihe in der Brüder-Grimm-Stube.

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Ausstellungsorganisator Bruno Paoletti (von links) mit Brigitte Schmitz, die eine ihrer Keramik-Eulen hält, und Dr. Michael Ellwardt, dahinter dessen Foto „Stolzer Kuhreiher“.

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Bis Ende Mai wird die Brüder-Grimm-Stube zur „Galeria Bruno P.“. Mit Unterstützung des Kulturamtes der Stadt Marburg organisiert Bruno Paoletti darin monatlich wechselnde Ausstellungen. Der originelle Italiener, der früher in der Druckerei der OP arbeitete, geht dabei oft spontan vor und verspricht Überraschungen.

Eine gab es bereits, als die erste Ausstellung am Freitagabend eröffnet wurde. Auf der Einladung zur Vernissage waren „Fotovariationen“ von Michael Ellwardt angekündigt worden. Paoletti präsentierte den 35 Gästen jedoch zwei Künstler, neben dem Marburger Dr. Ellwardt auch Brigitte Schmitz, seit über 35 Jahren freischaffende Keramikerin, die in Weimar-Nesselbrunn ihr Atelier betreibt.

„Hauptmotiv dieser Ausstellung sind Vögel und andere Tiere, weil wir im Winter nicht so viele von ihnen sehen“, erläuterte Paoletti. Die entsprechenden Fotografien Ellwardts hat Brigitte Schmitz um 15 passende Exponate ergänzt, neben Keramiken von Eulen und Fledermäusen auch einen großen Pfau, „komischer Vogel“ genannt, dazu auch Okarinas sowie Wasserflöten, die im Mittelalter ein beliebtes Spielzeug waren. Und wie zwitschernde Vögel klingen, wie Paoletti vorführte.

Der promovierte Soziologe, Politologe und Sozialtherapeut Michael Ellwardt ist seit 2011 im Ruhestand und widmet sich nun verstärkt seiner Leidenschaft, dem Fotografieren. Vor allem auch der verfremdenden Nachbearbeitung digitaler Bilder am PC, denn nun habe er die Zeit, die man dazu benötige.

Die 24 aufgehängten Fotos allerdings sind zwar digital aufgenommen, aber nur minimal nachbearbeitet. Und es handelt sich um keine Ausschnittsvergrößerungen. Um so beeindruckender sind die Porträts von Löfflern, Basstölpeln, Kuhreihern, Küstenseeschwalben und Lachmöwen.

„Ich habe mit zwölf Jahren mit einer Kodak Retinette begonnen. Damals musste man Blende und Entfernung schätzen, so habe ich das gelernt“, erzählt Ellwardt. Später stieg er auf eine russische Zenit-Spiegelreflexkamera um, ab 1972 auf Nikon. Gegenüber der digitalen Fotografie sei er zunächst sehr zurückhaltend gewesen, die noch nicht an die Auflösung eines Dias herankam. 1995 begann er, digital zu fotografieren. Auch mehrfach mit Erfolg beim OP-Fotowettbewerb Blende, zuletzt gewann er 2009 in der Kategorie „Notizen des Alltags“.

Die gezeigten Fotos stammen aus den vergangenen drei bis vier Jahren. Die meisten wurden mit der Nikon D90 aufgenommen. Seit einem halben Jahr fotografiert er mit der Vollformat-Kamera D600, da der große Sensor ein noch besseres Spiel mit der Tiefenschärfe erlaubt.

„Ich habe bewusst keine Vögel aus dem Marburger Raum ausgewählt, weil das schon so viele machen“, sagte Ellwardt. Im heimischen Raum entstanden sind aber Makroaufnahmen von Libellen oder das schöne großformatige Leinwandfoto einer fingernagelgroßen Blüte aus dem Alten Botanischen Garten in Marburg. In der Vergrößerung entdecke man auf den Makroaufnahmen vieles, was man mit bloßem Auge vorher nicht wahrnahm, betont Ellwardt. Aber auch Strukturen in der Natur, beispielsweise im Sandstrand, interessieren ihn - ebenso wie Porträts von Menschen. Da sei das Problem, dass man immer die Genehmigung der abgelichteten Person brauche, um sie in einer Ausstellung zeigen zu können.

Jeweils an den Wochenenden wird Ellwardt vor Ort sein, um Fragen zu beantworten sowie weitere Fotos, die keinen Platz mehr an den Wänden fanden, zu zeigen. Unregelmäßiger wird Brigitte Schmitz wochenends in der „Galeria Bruno P.“ zu finden sein.

Bis zum 29. Januar sind die „Fotovariationen“ und die Keramiken in der Brüder-Grimm-Stube in Marburg, Markt 23, dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr zu sehen.

von Manfred Schubert

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