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Virtuose Hommage an Franz Liszt

Klavierkonzert Virtuose Hommage an Franz Liszt

Frappierender hätten die Gegensätze nicht sein können: Den nüchternen, tristen Ausstellungssaal der Stadtallendorfer Stadthalle erfüllten am Sonntag Abend virtuose, wohltönende Klavierklänge.

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Menachem Har-Zahav gastierte mit seinem Liszt-Programm in Stadtallendorf.

Stadtallendorf. Geradezu ehrfürchtig lauschten rund 100 Gäste dem gut neunzigminütigen Konzert, das insgesamt 12 Werke des Komponisten Franz Liszt bereithielt.

An dem großen Flügel Platz genommen hatte der israelisch-amerikanische Pianist Menachem Har-Zahav, der mit unverkennbarer Freude seine Arrangements vortrug. Das große Talent Har-Zahavs offenbarte sich bei seinem Spiel von Stücken aus den Klavierzyklen der Études d‘éxécution transcendente und der Grandes Études de Paganini, die zu den technisch anspruchsvollsten Klavierzyklen zählen.

Durch die Auswahl der Werke gelang es ihm, sowohl die typisch temperamentvolle, hochvirtuose wie auch introvertierte, lyrische Seite von Liszt zu verdeutlichen. Wohl zu diesem Zweck trug der 44-Jährige neben kaum bekannten progressiven Spätwerken auch den äußerst beliebten Liebestraum Nr. 3, die Consolation Nr. 3 und die Ballade Nr. 2 vor.

Das Finale hielt eine Solobearbeitung des hoch emotionalen Totentanzes mit dem berühmten Dies Irae-Motiv bereit. Im Alter von vier Jahren saß der in Tel Aviv geborene Har-Zahav zum ersten Mal an einem Klavier. Har-Zahav absolvierte einen Magisterabschluss im Fach Klavier, dozierte an der Lincoln University und University of Arkansas, wo er mit 26 Jahren zugleich die Leitung der Klavierfakultät inne hatte.

Mittlerweile lebt der sechsfache Vater in Deutschland und spielt jährlich circa 60 Konzerte. Zum sich im Jahre 2011 jährenden 200. Geburtstag des großen Klaviervirtuosen und Komponisten des 19. Jahrhunderts Franz Liszt widmete sich Har-Zahav jetzt dessen Werken.

von Kathrin Wollenschläger

Mehr lesen Sie am Dienstag in der gedruckten OP.

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