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Marburg Viel Blut im trüben Licht Stockholms
Marburg Viel Blut im trüben Licht Stockholms
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16:21 20.02.2013
Durch Hypnose dringt Erik Maria Bark (Mikael Persbrandt) in Josefs (Jonatan Bökman) Unterbewusstsein ein.Foto: Prokino Quelle: PROKINO Filmverleih
Marburg

Kalt strahlt die Abendsonne vom diesig-rötlich gefärbten Himmel auf die Schneedecke, unter der Stockholm begraben liegt. Blutig wird hier gerade jemand niedergemetzelt. Als ein Funkruf Jonna Linna (Tobias Zilliacus) von der Landespolizei an den Tatort schickt, ahnt der noch junge Kommissar nicht, welche Spannbreite des gesellschaftlichen Grauens ihm bevorsteht: dysfunktionale Familien, verstörte Menschen und die Bedrohung seines eigenen Lebens. Und das alles im trüben Licht der schwedischen Vorweihnachtszeit. Ein typischer Skandinavienthriller also, mit dem Lars Kepler 2009 unter dem Titel „Der Hypnotiseur“ als erstem von geplanten acht Linna-Romanen debütierte.

Starregisseur Lasse Hallström (66) - eigentlich ein Meister herzerwärmender Filme („Gilbert Grape“) - hat den in 36 Sprachen übersetzten Bestseller nun auf die Leinwand gebannt. Das Ergebnis ist ein prominent und toll besetzter, gruseliger und teilweise hochspannender Psychofilm, der allerdings auch reichlich glatt und genregemäß, manchmal sogar sentimental geriet.

Ziemlich heftig geht es gleich zu Beginn zu. Linna entdeckt, dass auch die Familie des Opfers abgeschlachtet wurde. Überlebt hat nur der Sohn, der allerdings im Koma liegt. Um von ihm etwas über den Täter zu erfahren, muss ein Spezialist für Schock- und Traumabehandlung her - der Hypnotiseur Erik Maria Bark (Mikael Persbrandt). Doch der Arzt, aus seiner Vergangenheit selbst schwer beschädigt, hat sich geschworen, niemanden mehr zu hypnotisieren. Bark entschließt sich jedoch zu helfen - da schlägt auch bei ihm Zuhause das Unheil zu.

Perfekt gelingt es Vollprofi Hallström, dank geschickter Kameraführung in klaustrophobisch engen Räumen die Atmosphäre einer entfremdeten Welt zu schaffen. Sein Augenmerk liegt dabei auf den Familien.

Der Film läuft im Capitol

The Master: Das geniale Sektendrama mit Philip Seymour Hoffman und Joaquin Phoenix zieht Parallelen zur Geschichte von Scientology. Der Name L. Ron Hubbard kommt in dem Sektendrama „The Master“ nicht vor. Auch nicht der Begriff Scientology. Aber die Parallelen mit der umstrittenen Organisation liegen auf der Hand.

In dem bildgewaltigen und packenden Drama von US-Regisseur Paul Thomas Anderson („There Will Be Blood“) verwandelt sich Oscar-Preisträger Philip Seymour Hoffman („Capote“) in einen charismatisch-herrischen Guru, der seinen Anhängern Heilung und Glück verspricht. Er heißt Lancaster Dodd, doch seine Schüler nennen ihn nur „The Master“, den Meister. Wie Hubbard schart er im Nachkriegsamerika der 1950er Jahre immer mehr Anhänger um sich. Mit Hypnose und intensiven Zweiergesprächen nimmt er sie in Beschlag.

Das fiktive Epos ist weit davon entfernt, die von Kritikern als gefährliche Sekte angesehene Organisation anzuprangern oder Skandale aufzudecken. Vielmehr ist es ein Psychodrama über die Suche nach Zugehörigkeit, Machthunger und Abhängigkeit. Der Guru spielt darin die Nebenrolle, die Hauptfigur ist seine rechte Hand, der dubiose Anhänger Freddie Quell (Joaquin Phoenix).

Der Film läuft im Filmkunsttheater Palette

von Ulrike Cordes und Barbara Munker

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