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Viel Blech auf einer kleinen Bühne

Mardi Gras.BB in Marburg Viel Blech auf einer kleinen Bühne

Die Musikexzentriker von „Mardi Gras.BB“ gaben am Samstag ihre Visitenkarte im KFZ ab. Ihre musikalische Weltreise führt die Mannheimer nun zu Philip Marlowe.

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Während Gitarrist Doc Wenz (linkes Bild) seine Detektivgeschichten erzählt, machen seine Kollegen von „Mardi Gras.BB“ auf der Bühne dem Publikum mit jeder Menge Blech Dampf.Fotos: Jan Bosch

Quelle: Jan Bosch

Marburg. Nachdem das Mannheimer Blasorchester „Mardi Gras.BB“ die letzten Jahre auf von Humboldts Spuren auf einer turbulenten Weltreise mit Macheten und Sextanten und Barometern den Weg durch Sümpfe, die erbarmungslose Hitze der Wüsten Afrikas und durch sämtliche Basare des Orients verbrachten, melden sie sich 2012 auf „Crime Story Tapes“ in Form des eleganten Gentleman-Detektiv Philip Marlowe zurück.

Während draußen der kühle Regen peitschte, verfolgten die etwa 200 Zuhörer im Marburger KFZ am Samstagabend voller Spannung die zwischen den Songs vorgetragenen Geschichten von Gitarrist und Leadsänger Doc Wenz. Der Protagonist nimmt sein Publikum mit ins New York der 1940er Jahre, wo er als Detektiv mit korrupten Senatoren, skandalösen Hollywood-Stars und schönen Klientinnen skurrile Geschichten erlebt.

Aber das beeindruckende an „Mardi Gras.BB“ sind nicht die skurrilen Geschichten, es ist und bleibt ihre Live-Performance. Acht bis elf Musiker und jede Menge Blech drängen sich auf der Bühne, um in bester New Orleans Manier die Zuschauer mitzureißen. Reverend Krug sorgt mit seinem alles überragenden Sousaphone für den nötigen Groove, während Doc Wenz schräge Töne zu noch schrägerem Gesang aus der Klampfe quält, vom textlichen Inhalt ganz zu schweigen.

Die Stehtrommler Florian von Schlechtriemen und Javier de la Poza bilden mit Snaer und Basedrum das beattechnische Grundgerüst, das die Gliedmaßen der Fans in Bewegung hält. Eine vierfache Bläsersection aus Trompete, Posaune und Saxophonen schiebt das Publikum von Höhepunkt zu Höhepunkt.

„Mardi Grass.BB“begeistern immer wieder aufs Neue mit ihren stilistisch vielfältigen Wechseln von derbem Blues aus den Sümpfen Louisianas, über Funk und Jazz, bis hin zum handgemachten Dancefloor.

Wie ihr schrulliger Detektiv Marlowe in seinen von Drogen umnebelten Nächten, weiß man bei „Mardi Gras.BB“ nie was der nächste Morgen bringt. Schon 20 Jahre versorgt die Kapelle ihre Fans immer aufs Neue mit schrägen Geschichten und einfallsreichen musikalischen Interpretationen jenseits des Mainstreams. Man darf mit Spannung erwarten, wohin die nächste Reise geht.

von Jan Bosch

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