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Verliebt in Neuseeland

Rauischholzhäuser organisiert Kunstfestival Verliebt in Neuseeland

Es gibt wahrlich schlimmere Orte in der Welt als Greytown in Neuseeland. Steffen Kreft hat es nach dem Designstudium dorthin verschlagen. Inzwischen ist er Organisator eines Kunstfestivals.

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Das Marionettentheater der Kings-Street-Group (oben) bereitet sich auf das Puppenstück „Die Küche am Ende der Welt“ vor. Der in Rauischholzhausen geborene Designer Steffen Kreft organisiert in Neuseeland das „Greytown Arts Festival“. Privatfotos

Marburg. Deutschland richtet in diesem Jahr den Blick auf die Kunst und Kultur Neuseelands. Das Land am anderen Ende der Welt ist Gastland bei der Frankfurter Buchmesse.

Vielleicht zieht es den ein oder anderen im Oktober aber auch nach Greytown. Greytown ist eine typische neuseeländische Kleinstadt mit etwa 2000 Einwohnern. Das Städtchen liegt im Süden der Nordinsel im South-Wairarapa-District - etwa eine Autostunde entfernt von der Hauptstadt Wellington.

Es ist ein ländliches Gebiet in Küstennähe. Die Farmer produzieren Milch- und Agrarprodukte und Fleisch. In der Nähe liegt der Tarura Range, ein touristisch erschlossener Gebirgszug. Zudem ist Greytown bei Wochenendausflüglern beliebt, nicht zuletzt wegen seiner vielen Kunstläden und als erste Station auf dem Weg in die Weinbaugebiete der Wairarapas.

Ruhig ist es in Greytown - mit Ausnahme der Tage des in Neuseeland und selbst bis Australien sehr populären „Greytown Arts Festival“, das im neuseeländischen Frühling vom 19. bis 22. Oktober inzwischen zum 8. Mal veranstaltet wird und Tausende Besucher anlockt.

Organisiert wird dieses Festival in diesem Jahr von Steffen Kreft. Der 31-jährige ist in Rauischholzhausen aufgewachsen und hat an der Stiftsschule Amöneburg sein Abitur gemacht, bevor er in Münster Design studierte. Für seinen Master ging er vor sechs Jahren nach Wellington. Ursprünglich wollte er nur ein Jahr bleiben. Doch er wurde in Greytown sesshaft. Die Liebe und das Land hätten ihn zu einem echten Kiwi gemacht, sagt er. 2009 hat er gemeinsam mit einem Freund ein Unternehmen gegründet, das Animationsfilme produziert. Zudem ist er ein Marionetten-Puppenmacher und -spieler.

Im vergangenen Jahr bewarb er sich in seiner neuen Heimatstadt um die Organisation des Festivals - und wurde angenommen. Kreft ist in seiner Wahlheimat nicht unbekannt: Einer der Werbespots des kreativen Designers und Animationsfilmers - „Don‘t be an egg“ - ist in Neuseeland sehr populär.

Sein Konzept für das Festival lautet: „The Last Piece“ - das letzte Stück. „Wir fragen visuelle Künstler, Musiker, Poeten, Tänzer und die gesamte Gemeinschaft: Wenn du nur noch ein letztes Kunstwerk machen könntest, wie würde es aussehen, wie würde es sich anfühlen, wie würde es klingen oder schmecken?“, zitiert ihn die lokale Zeitung „Wairarapa News“.

Aufgeführt wird unter anderem ein Puppentheaterstück, das Steffen Kreft gemeinsam mit dem Autor William Connor entwickelt hat: „The Kitchen at the End of the World“.

Es gibt zudem kulinarische Experimente in Scheunen und sogar Kirchen, Kunstausstellungen, Musik, Tanz und Theater.

Steffen Kreft hofft, dass sich auch der eine oder andere Besucher aus seiner alten Heimat bei dem Festival blicken lässt. Vielleicht sogar ein Künstler, ein Erzähler oder ein Musiker, der sich mit eigenen Beiträgen an dem Festival beteiligt. Bis Mitte September werden Bewerbungen angenommen.

Internet: www.greytownartsfestival.co.nz.

Kontakt: greytownartsfestial@yahoo.co.nz.

von Uwe Badouin

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