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Marburg Hier fahren die meisten Autos entlang
Marburg Hier fahren die meisten Autos entlang
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21:06 22.05.2018
Ampelschaltungen stehen seit Sperrung der Weidenhäuser Brücke im Fokus der Straßenverkehrsbehörde. Quelle: Miriam Prüßner
Marburg

Die Straßen in der Nordstadt und im Stadtzentrum sind die meistbefahrenen Strecken Marburgs. Vor allem zwischen Hauptbahnhof und Marbacher Weg sowie von der Stadtautobahnabfahrt Marburg-Mitte über Universitätsstraße bis zur Schwanallee fahren täglich durchschnittlich 14.700 Autos. Das geht aus einer Auswertung der Stadtverwaltung für das Jahr 2017 hervor, die der OP vorliegt.

Das war vor der Sperrung der Weidenhäuser Brücke, die seit Ende Februar gilt. Auf einigen Straßen, vor allem auf der Hauptumleitungsstrecke über die Schwanallee hat die Stadtverwaltung seitdem einen Zuwachs ermittelt – um rund 2000 Autos pro Tag. Ein ähnliches Bild ergibt sich in der Nordstadt: In der Elisabethstraße fuhren vor der Sperrung täglich durchschnittlich 8300, danach 9750 Autos. Die Robert-Koch-Straße wird, beide Richtungen zusammengerechnet von 13.170 statt vormals 10.800 Autos befahren.

Für die Südspange wurde eine „deutliche Verkehrszunahme“ samt „Rückstaubeobachtung“ festgestellt, ohne das konkrete Zahlen vorliegen. Auch auf der Stadtautobahn 
habe es keine neue Zählung gegeben, jedoch habe es Beobachtungen vor allem an den Abfahrten gegeben.

Karte hier als PDF herunterladen.

Ergebnis: Vor allem Marburg-Bahnhofstraße und Marburg-Süd staue es sich zu Zeiten des Berufsverkehrs „in der Regel nicht so weit zurück, dass die durchgehende Fahrbahn der B 3 betroffen“ sei, wie es auf OP-Anfrage heißt. 
Eine Einschätzung, die viele Berufspendler zuletzt anders geschildert haben.

„Unter dem Strich gibt es längere Fahrtzeiten als sonst“, sagt Bürgermeister Wieland Stötzel (CDU). Als „besonders neuralgische Punkte“ gelten demnach die Hauptverkehrsachsen in der Nordstadt, die Straßen rund um die Südspange sowie Schwanallee und Gisselberger Straße. Dort komme es insbesondere zwischen 7.30 und 8.30 Uhr sowie zwischen 15.30 und 17.30 Uhr zu größeren Verkehrsbehinderungen.

Ein „sensibles und komplexes System“

Seit der Brückensperrung arbeitet die Stadtverwaltung nach eigenen Aussagen daran, die Umleitungsstrecken „intensiv zu beobachten und Details zu verbessern“. Der Fokus habe auf eigenen Ampelschaltungen gelegen. So habe es einige Wochen nach der Sperrung eine Anpassung der Nahverkehrs-Beschleunigung am Wilhelmsplatz gegeben. Deutlich besser laufe es mittlerweile laut Stötzel am Rudolphsplatz – vor allem, weil dort eine Ampel weniger geschaltet sei. Aktuelle Vorhaben sind Anpassungen der Schaltzeiten an den Kreuzungen Wilhelmsplatz, Schwanallee/Frankfurter Straße und Gisselberger Straße/Konrad Adenauer Brücke, die minimal möglich seien und eine Entlastung bringen könnten.

Das Ampelsystem je nach Bedarf oder Situation zu ändern, sei jedoch nicht möglich. Es handele sich um ein „sensibles und komplexes System“. Änderungen hätten „erhebliche, potentiell teils sehr negative, Auswirkungen auf die Nachbarkreuzungen“. Als Beispiel nennt die Straßenverkehrsbehörde eine Grünzeit-Verlängerung für Autofahrer, die am Wilhelmsplatz in Richtung Rotenberg fahren wollen um ein bis zwei Sekunden: Dies würde schnell zu einer Überlastung der nahen Spitzkehre führen, was wiederum dazu führen würde, dass es auch am Wilhelmsplatz zu Rückstau komme.

Eine Arbeitsgruppe Verkehr stehe im ständigen innerbehördlichen Austausch zur Situation.

von Björn Wisker