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Ursula Krechel gewinnt mit "Landgericht"

Deutscher Buchpreis Ursula Krechel gewinnt mit "Landgericht"

Der Deutsche Buchpreis 2012 geht an Ursula Krechel für den Roman „Landgericht“. Dies gab die Jury gestern Abend in Frankfurt bekannt.

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Ursula Krechel erhält den Deutschen Buchpreis 2012.
Foto: Boris Roessler

Quelle: Boris Roessler

Frankfurt. Im Buch der 64-jährigen Autorin geht es um die Gründungsjahre der Bundesrepublik. Ein jüdischer Richter, der in der Nazi-Zeit fliehen musste, kehrt in seine Heimat zurück. Doch in einem Land, das so schnell wie möglich in die Normalität zurückfinden will, ist er nicht erwünscht.

„Bald poetisch, bald lakonisch, zeichnet Krechel präzise ihr Bild der frühen Bundesrepublik - von der Architektur über die Lebensformen bis hinein in die Widersprüche der Familienpsychologie“, heißt es in der Begründung der Jury.

„Landgericht“ sei „ein bewegender, politisch akuter, in seiner Anmutung bewundernswert kühler und moderner Roman“.

Die in Berlin lebende Autorin hat sich mit 13 Gedichtbänden vor allem als Lyrikerin einen Namen gemacht. „Landgericht“ ist erst ihr zweiter Roman. Der Deutsche Buchpreis wird traditionell am Vorabend der Frankfurter Buchmesse verliehen. Vergeben wird er vom Deutschen Buchhandel.

Krechel setzte sich im Finale gegen fünf weitere literarische Neuerscheinungen durch. Nominiert waren außerdem:

der Biedenkopfer Autor Stephan Thome mit seinem zweiten Roman „Fliehkräfte“,

der 84-jährige Autor Ernst Augustin mit seinem Roman „Robinsons blaues Haus“,

der an einem tödlichen Gehirntumor leidene Wolfgang Herrndorf mit seinem von der Kritik hochgelobten Roman „Sand“,

der Leipziger Buchpreisträger Clemens J. Setz mit seinem Roman „Indigo“ und

Ulf Erdmann Ziegler mit „Nichts Weißes“.

Die sieben Jurymitglieder hatten in den zurückliegenden fünf Monaten 162 Romane gesichtet, die zwischen Oktober 2011 und Mitte September 2012 erschienen sind.

Zunächst wählten sie eine 20 Titel umfassende Longlist und zuletzt eine Shortlist mit sechs Titeln aus. Der Deutsche Buchpreis wird seit 2005 verliehen und hat sich zu einer der meistbeachteten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum entwickelt.

Der Sieger erhält mit der Auszeichnung 25000 Euro Preisgeld, die fünf übrigen Finalisten erhalten jeweils 2500 Euro. (dpa)

Hintergrund:

Die bisherigen Preisträger:

2011: Eugen Ruge für „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ 2010: Melinda Nadj Abonji für „Tauben fliegen auf“

2009: Kathrin Schmidt für „Du stirbst nicht“

2008: Uwe Tellkamp für „Der Turm“

2007: Julia Franck für „Die Mittagsfrau“

2006: Katharina Hacker für „Die Habenichtse“

2005: Arno Geiger für „Es geht uns gut“ (dpa)

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