Volltextsuche über das Angebot:

29 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Vier Millionen Euro für Krebsforscher

Uniklinikum Marburg Vier Millionen Euro für Krebsforscher

Zur Erforschung des Bauchspeicheldrüsen­tumors hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unter anderem am Uniklinikum in Marburg eine Forschergruppe eingerichtet. Die Arbeit des Teams um Professor Thomas Gress wird in den ersten drei Jahren mit knapp vier Millionen Euro gefördert.

Voriger Artikel
Entrüstung über Zustand des Rasens
Nächster Artikel
Schadstoffe: Umwelthilfe will nachmessen

Archivfoto: Professor Thomas Gress (rechts) und Oberarzt Dr. Patrick Michl.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Ziel des Forscherteams ist es, längerfristig neue Behandlungsmethoden gegen den Bauchspeicheldrüsenkrebs zu entwickeln. Professor Thomas Gress, Direktor der Marburger Klinik für Gastroenterologie, Endokrinologie, Stoffwechsel und klinische Infektiologie ist Sprecher der klinischen Forschergruppe.
„Zunächst müssen wir den Bauchspeicheldrüsentumor und vor allem auch sein umgebendes Gewebe, die Mikro­umgebung, in Funktionsweise und Aufbau besser kennenlernen“, so umreißt Professor Gress die Aufgabe.

Tumorumgebendes Gewebe in den Blick nehmen

Ein wichtiges Merkmal von Bauchspeicheldrüsenkrebs ist die Bildung eines Mantels aus Bindegewebe um den Tumor. Dieser Mantel trägt zur Aggressivität des Tumors bei, der überdies meist schon früh metastasiert und gegenüber Chemotherapie überwiegend resistent ist.

Bisher lag der Fokus in der Erforschung des Bauchspeicheldrüsenkrebs auf den Tumorzellen selbst. Die Marburger klinische Forschergruppe mit dem Titel „Klinische Relevanz von Tumor-Mikroumgebung Interaktionen beim Pankreaskarzinom“ nimmt nun vor allem das tumorumgebende Gewebe mit in den Blick.

Gress erhofft sich signifikante Fortschritte

„Unsere Forschergruppe ist der einzige Verbund in Deutschland, der sich mit dieser speziellen Fragestellung beim Pankreaskarzinom beschäftigt“, sagt Gress. „Unser Ziel ist ein besseres Verständnis der Erkrankung und der komplexen Zell-Zell-Interaktionen.“ Aus den Ergebnissen der Forschungsarbeit aus dieser Studie sollen längerfristig neue Behandlungsansätze entwickelt werden.

„Die Förderung der DFG ist eine Auszeichnung für unseren Standort, der sich seit Jahren mit der Interaktion von Tumorzellen und ihrer Mikroumgebung auseinandersetzt“, sagt Gress. Die klinische Forschergruppe „Klinische Relevanz von Tumor-Mikroumgebung Interaktionen beim Pankreaskarzinom“ erhält rund 1,3 Millionen Euro pro Jahr in der ersten von zwei dreijährigen Förderphasen. „Diese Förderung ist substanziell. Wir werden dadurch in die Lage versetzt, signifikante Fortschritte auf dem Gebiet zu erzielen“, sagt Professor Gress.

Wissenschaftler dauerhaft in klinischen Einrichtungen

Mit Forschergruppen und klinischen Forschergruppen unterstützt die DFG Arbeitsbündnisse von Wissenschaftlern, die sich gemeinsam einer Forschungsaufgabe widmen. Auf diese Weise sollen Ergebnisse ermöglicht werden, die sich im Rahmen einer Einzelförderung in der Regel nicht realisieren lassen.

Klinische Forschergruppen sind dabei auf die krankheits- oder patientenorientierte klinische Forschung ausgerichtet. Durch die enge Zusammenarbeit von Grundlagenforschern sowie Ärzten sollen dort wissenschaftliche Arbeitsgruppen dauerhaft in klinischen ­Einrichtungen implementiert werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel