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Ungewöhnliche Dreiecksgeschichte

Zwei Filme über die Liebe Ungewöhnliche Dreiecksgeschichte

In der Komödie „Genug gesagt“ begegnen sich Sopranos-Star James Gandolfini und Julia Louis-Dreyfus in einer Romanze voller ironischer Wortgefechte. Außerdem startet der Goldene-Plame-Sieger "Blau ist eine warme Farbe".

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Die Schauspieler James Gandolfini und Julia Louis-Dreyfus spielen Albert und Eva in der bezaubernden und intelligenten Liebeskomödie „Genug gesagt“. Foto: Twentieth Century Fox

Quelle: Twentieth Century Fox

Marburg. Ein gewalttätiger Psychopath und Pate als lustiger Liebhaber? Schwer vorstellbar. Doch der verstorbene US-Schauspieler James Gandolfini, der den Mafioso Tony Soprano in der Fernsehserie „The Sopranos“ verkörperte, wirkt in einer seiner letzten Rollen so authentisch, als hätte er sein Darstellerleben lang nur in leichten Romanzen mitgewirkt - in Komödien wie der ungewöhnlichen Dreiecksgeschichte „Genug gesagt“ etwa.

Darin trifft er in der Rolle eines geschiedenen Middleagers auf die Protagonistin Eva (Julia Louis-Dreyfus; berühmt durch die TV-Serie „Seinfeld“). Die schlanke, sportliche Masseurin hegt zunächst zwar arge Zweifel, ob sie mit dem überaus beleibten Albert ausgehen will - so sehr sie beide auch den gleichen Humor teilen. Schließlich aber nimmt Albert ihr mit seiner Selbstironie alle Ängste, und eine entspannte Romanze bahnt sich an.

Dann jedoch merkt Eva, dass eine ihrer Kundinnen Alberts Ex-Frau ist - und nur über ihn lästert! Eigentlich müsste sie die sympathische Marianne (Catherine Keener) über ihr Verhältnis mit Albert aufklären und sich von ihr verabschieden. Aber natürlich ist sie auch neugierig, durch Mariannes Geschichten von Alberts Macken zu erfahren. Schon bald fliegt ihre „Spionage“ hinter Alberts Rücken auf - und der wendet sich zutiefst verletzt von ihr ab.

Die herausragenden Hauptdarsteller dieser Liebesgeschichte, deren Plot für sich allein genommen wohl recht kitschig anmuten mag, machen den Film „Genug gesagt“ zu einer wunderbar anrührenden Komödie. Das gelingt vor allem auch, weil das Drehbuch einige schöne ironische Dialoge für sie bereithält. Wortgefechte, wie Liebespaare sie wohl erst mit dem entspannten Blick des Alters entwickeln.

Der charmante Film „Genug gesagt“ reflektiert die Irrungen und Wirrungen der Liebe im zweiten Frühling der Middle-agers. Dabei ist er viel mehr als nur eine heitere Komödie. Hinter der Fassade der leichten Unterhaltung hält er einen reiferen Humor bereit: Einen, der reflektiert, dass Liebe nur Bestand hat, wenn man mit dem Partner genauso nachsichtig umgeht wie mit sich selbst.

Die Meinungen nach der OP-Sneak-Preview war überwiegend positiv. „Sehr schöner Film. Überraschend lustig und gut“, fand Lara Bau aus Marburg. Je zwei Freikarten gehen an Katrin Reichel, Ludger Rößner, Bettina Schneider, Matthias Kornmann und Andreas Mayer (alle Marburg). Die Karten werden zugeschickt.

Der Film läuft im Cineplex.

von Franziska Bossy

Blau ist eine warme Farbe: Adèle (Adèle Exarchopoulos) ist 17, hat gerade ihre ersten Erfahrungen mit Jungen gemacht, als sie sich in die etwas ältere Kunststudentin Emma (Léa Seydoux) verliebt. Zaghafte Annäherungen. Und immer sind Regisseur Kechiche und sein Kameramann Sofian el Fani ganz dicht daran - an Adèles sinnlichem Mund, ihren neugierigen und doch irgendwie traurigen Augen. Doch mit den Jahren nehmen Nähe und Intimität ab, bis es schließlich zur tränenreichen und lautstarken Trennung kommt.

Überhaupt gibt es in dem Film viele schmerzende Momente: Etwa wenn die Mitschülerinnen Adèle auf dem Schulhof unerbittlich zur Rede stellen und sie als Lesbe beschimpfen - eine der wenigen Szenen, die die Homosexualität überhaupt thematisiert. Oder als sich Emma und Adèle einige Jahre später treffen und Emma Adèles Annäherung liebevoll aber bestimmt zurückweist.

In Cannes sorgte „Blau ist eine warme Farbe“ vor allem mit den sehr langen und sehr expliziten Sexszenen für viel Gesprächsstoff. Doch das fast dreistündige Werk von Abdellatif Kechiche ist nicht in erster Linie eine lesbische Liebesgeschichte, sondern eine sehr genaue, intime Betrachtung von Liebe, Verlangen und Beziehungen. Dafür verlieh das Festival die Goldene Palme erstmals gemeinsam an den Film und die beiden großartigen Hauptdarstellerinnen.

nDer Film läuft im Filmkunsttheater Atelier.(dpa)

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