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Über die Nahrung in Kontakt zu Gott treten

Lesung Über die Nahrung in Kontakt zu Gott treten

Gesund und mit sich im Einklang wirkt sie. Ob das an der Ernährung liegt, die die gebürtige Deutsche Lea Fleischmann der koscheren Essweise angepasst hat?

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Lea Fleischmann las im Marburger Rathaus.

Quelle: Mira-Kristin Muth

Marburg. Möglich ist es. Die Nahrungsaufnahme ist im Judentum nicht nur physische Notwendigkeit, sondern eine „heilige Handlung für die Seele“, wie Fleischmann erklärte.

Die Schriftstellerin las im Rathaus vor rund 40 Gästen aus ihrem Buch „Heiliges Essen. Das Judentum für Nichtjuden verständlich gemacht“. Es ist eines in einer Reihe, mit der die Jüdin, die selbst erst im Laufe ihres Lebens zum gelebten Judentum fand, einen Beitrag zur deutsch-israelischen Verständigung leisten möchte.

In Lehrstunden bei einer Rabbanit, der Frau eines Rabbis, lernt Fleischmann, die 1979 nach Israel auswanderte, die jüdischen Traditionen Schritt für Schritt kennen und merkt, dass es einige Dinge gibt, an die sie sich erst gewöhnen muss. Dazu gehört beispielsweise, dass jede Handlung bei der Essenszubereitung von gläubigen Juden als heilige Handlung angesehen wird.

„Heiliges Essen“ erläutert, dass es im jüdischen Glauben beim koscheren, also erlaubten, Essen nicht um Verbote geht, sondern um eine Geisteshaltung, die es dem Menschen ermöglicht, über die Nahrung Kontakt mit Gott herzustellen. Die jüdischen Speisegesetze, so die strikte Trennung von Fleisch- und Milchprodukten, die unbedingte Reinheit der Lebensmittel und das Händewaschen vor jeder Mahlzeit, dienten dazu, sich mit Gott zu verbinden. Je mehr sich Fleischmann im Laufe ihres Lebens mit den Speisegesetzen auseinandersetzte, desto deutlicher wurde ihr, dass diese nicht etwa veraltet seien, sondern besonders auch heute große Bedeutung hätten. Den Bogen zur heutigen Zeit schlug Fleischmann mit einem Verweis auf die  Lebensmittelskandale, die immer wieder ins Zentrum der Öffentlichkeit treten.

Lea Fleischmann erklärt in ihrem Buch jahrhundertealte Traditionen, indem sie auch eine persönliche Komponente hineinbringt. Fakten und Gebote der jüdischen Religion werden nicht trocken dargelegt, sondern mit dem Leben im heutigen Israel verbunden, mit atmosphärischen Beobachtungen des  Alltags in Jerusalem.

von Mira-Kristin Muth

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