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Treue, Verrat und blutige Rache

Theater Treue, Verrat und blutige Rache

Intendant Matthias Faltz bringt „Die Nibelungen“ auf die Bühne der Black Box des Landestheaters – sehr intensiv, fesselnd, dramatisch und bluttriefend. Zwei Stunden vergehen wie im Flug.

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Brunhild (Franziska Knetsch, von links), Volker (Johannes Hubert), Siegfried (Oliver Schulz) und König Gunter (Stefan Piskorz) in einer Szene der Nibelungen.

Quelle: Ramon Haindl

Marburg. Gäbe es Yasmina Rezas „Gott des Gemetzels“, er hätte seine helle Freunde an den Nibelungen, diesen mythisch überhöhten Gestalten aus der Zeit der Völkerwanderung, die im Mittelalter zu Helden eines rund 2.400 Verse umfassenden Epos von homerischen Ausmaßen wurden. 

Doch wie bringt man diesen Stoff auf die Bühne, in dem Ströme von Blut fließen? In dem apokalyptischen Heldenepos ist alles gewaltig – der unbesiegbare und (fast) unverwundbare Drachentöter Siegfried, die Schönheit Kriemhilds, die zauberische Kraft Brunhilds, die finstere Nibelungentreue Hagen von Tronjes, die Rache und die finale Schlacht am Hofe des Hunnenkönigs Etzel, bei der die Nibelungen bis zu den Knien im Blut der Feinde stehen, bevor sie alle sterben.

Friedrich Hebbel hat gut zehn Jahre lang an seiner Fassung der Nibelungen gearbeitet, die 1861 an zwei Abenden in Weimar uraufgeführt wurde.

Intendant und Regisseur Matthias Faltz hat sich aber nicht für die große Bühne mit Heroen in Helm und Harnisch entschieden – sondern für ein Kammerspiel in der Black Box, der intimsten Bühne des Hessischen Landestheaters. Gemeinsam mit Dramaturg Alexander Leiffheidt hat er Hebbels monumentales Stück rigoros auf knapp zwei Stunden Spielzeit zusammengestrichen. Sie wissen:  Zehn Stunden kann man heute keinem Theaterbesucher mehr zumuten.

Neun Darsteller erzählen, live von dem Gitarristen Christian Schiller begleitet, diese entschlackte, von allem heroischen Brimborium  befreite Version. Es geht um Liebe, Verrat, Macht, Treue und um blutige Rache.

Weitere Aufführungen sind am Dienstagabend sowie am  8. und 30. März, jeweils um 19.30 Uhr. Kartentelefon:  0 64 21 / 2 56 08.

von Uwe Badouin

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