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Treffen der „Wiederholungstäter“

Swinging Christmas Treffen der „Wiederholungstäter“

Bereits zum vierten Mal präsentierten Jan Luley, Jens Dörr, Martin Müller, sowie Wilhelm Bräutigam und Ulla Keller ihr Programm „Swinging Christmas“. Es war zweimal ausverkauft.

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Der Pianist Jan Luley (von links im Uhrzeigersinn), die Sängerin Ulla Keller, Bassist Jens Dörr, Schlagzeuger Martin Müller und der singende Arzt Wilhelm Bräutigam sind aus dem Marburger Vorweihnachtsprogramm nicht mehr wegzudenken.Collage: Schwarzwäller

Marburg. „Wir sind jedes Jahr erstaunt, dass Sie wiederkommen“, stellte Jan Luley gleich zu Beginn fest. Längst ist die Veranstaltung ein Treffen von „Wiederholungstätern“ auf und vor der Bühne. Luley versprach auch gleich einige neue Stücke. So erklang „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ aus dem Jahr 1596 in einer Bearbeitung, die der Pianist wenige Tage zuvor fertiggestellt hatte.

Am Ende waren nicht viele Änderungen zum Vorjahr dabei, aber das störte keinen. Wie heißt es so schön: „Never change a winning team“.

Und so standen auch wieder die altbekannten Gesichter auf der Bühne: Der renommierte Jazz-Pianist Jan Luley sorgte zusammen mit Jens Dörr am Kontrabass und Martin Müller am Schlagzeug für die stimmungsvolle Musik, dazu kamen die beiden Sänger Wilhelm Bräutigam und Ulla Keller.

Neben den typischen amerikanischen Klassikern wie „White Christmas“, „Winter Wonderland“ oder „Let it Snow“ standen mit „Leise rieselt der Schnee“ auch traditionelle deutsche Lieder auf dem Programm - alles natürlich im eigenen Arrangement. Bei „O Tannenbaum“ wurde kurzerhand ein norddeutscher Rap von Ulla Keller eingebaut: „Ich hab‘ den geilsten Baum, yo!“ Wie unterschiedlich man „Ihr Kinderlein kommet“ interpretieren kann, zeigte Luley allein am Klavier. Tango? Rock’n’Roll? Alles kein Problem und das machte auch sichtlich Spaß.

Für Stimmung sorgte auch das kleine Quiz, bei dem das Publikum Weihnachtslieder erraten musste. Kaum hatte Wilhelm Bräutigam die Schürze angezogen, da wurde schon „In der Weihnachtsbäckerei“ gerufen. Dafür dauerte es für „Lass uns froh und munter sein“ etwas länger, als die Musiker sich mit viel zu süßem Likör zuprosteten. Daneben erheiterten die Gedichte und Geschichten das Publikum, etwa als Martin Müller aus einem „zweisprachigem“ Gedicht rezitierte: „Mama’s finding unter the Tanne, eine brand-new Teflon-Pfanne.“

Im Fokus standen jedoch die englischsprachigen Klassiker im „New Orleans-Style“, wie Luley immer wieder betonte.

Nicht nur im Publikum war die Stimmung locker und entspannt. Auch die Musiker genossen sichtlich den Abend. Sie scherzten untereinander und Martin Müller wurde bei seinem Schlagzeug-Solo schließlich mit Plüsch-Schneebällen bombardiert, die er kurzerhand mit in sein Solo einbaute. Entzückend war das Spiel zwischen Ulla Keller und Wilhelm Bräutigam bei Duetten wie „Baby It’s Cold Outside“, das jedoch auf deutsch gesungen wurde.

Natürlich durfte das Publikum auch mitsingen, wenn man dem Rhythmus Jan Luleys folgen konnte. Bei der zweiten Zugabe wurde es beim gemeinsamen „Stille Nacht“ noch einmal richtig besinnlich, bevor der Abend im „New Orleans-Style“ ausklingen durfte.

von Mareike Bader

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