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Marburg Transformationen eines Lebenskünstlers
Marburg Transformationen eines Lebenskünstlers
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16:23 11.05.2016
Als „Brunella im Rock“ verkleidet trat Bruno Paoletti zur Eröffnung der Ausstellung an der Seite des Fotografen Dr. Gerhard Dippel auf. Quelle: Friederike Hagel
Marburg

Bruno Paoletti, der ursprünglich aus einer nordöstlichen Kleinstadt Italiens stammt, ist schon seit Jahrzehnten ein bekanntes Marburger Gesicht.

Bereits vor eigentlichem Beginn der Ausstellung mit dem Titel „Transformationen“, die verschiedenste Selbstporträts Paolettis zeigt, begrüßt er – als „Brunella im Rock“ verkleidet – seine zahlreichen Gäste mit einem strahlenden „Schauen Sie rein, die Ausstellung ist für jeden Menschen“.

Aber was verbirgt sich hinter der Person Paoletti, „Wer ist nun Bruno?“, fragt der Dortmunder Schriftsteller Walter Franz in seiner Laudatio. Vielleicht nicht nur eine, sondern mehrere Antworten auf diese Fragestellung finden sich sicherlich beim 
Betrachten der Fotografien Dippels, welche den Lebenskünstler Bruno Paoletti zeigen. Und was auf den ersten Blick vielleicht als satirisch-humorvolle Selbstinszenierung wirken mag, geht doch einige Schritte weiter.

Die Fotografien erinnern teils an die Biographie des Marburger Unikums, der beispielsweise 
als Feldarbeiter zu sehen ist. Dippel inszeniert darüber hinaus 
Bruno Paoletti eben auch als gebärenden Mann im Brautkleid, Arbeiter und ermüdetes Lastentier und greift so gesellschaftskritische Themen auf, die durch die fast karikatureske Umsetzung ihren Aktualitätswert stets beibehalten.

Mit einem Augenzwinkern und doch einer gewissen Ernsthaftigkeit thematisieren die Arbeiten so die persönlichen Lebenslagen des Bruno Paoletti, ohne dabei aber den Blick auf dessen Umfeld, sprich unsere Gesellschaft, zu verlieren. Begleitet wurde die Ausstellung musikalisch von Albert Kaul am Clavichord mit italienischer Musik des 14. bis 17. Jahrhunderts.

  • Die Ausstellung ist bis zum 29. Mai in der Galeria Bruno P. in der Brüder-Grimm-Stube, Markt 23, dienstags bis sonntags von 13 Uhr bis 17 Uhr zu 
sehen.

von Friederike Hagel