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Tragödie im Gewand einer Komödie

Theaterverein Wetter vor Premiere Tragödie im Gewand einer Komödie

Frankreichs Nationalheldin Jeanne d‘Arc steht im Mittelpunkt des Schauspiels "Jeanne oder Die Lerche", das Jürgen Helmut Keuchel mit dem Theaterverein Wetter in Szene setzt. Premiere ist kommenden Freitag.

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Gutgelaunt stellt sich das Ensemble des Theatervereins Wetter in einer Probenpause zum Gruppenfoto. Vorne in der Mitte hockt Regisseur Jürgen Helmut Keuchel.Foto: Uwe Badouin

Wetter. Der Theaterverein Wetter ist einer der traditionsreichsten Theatervereine in Mittelhessen. Seit 1988 wird in Wetter Theater gespielt. Pro Jahr brachten und bringen die Laiendarsteller eine oder zwei Inszenierungen auf die Bühne: Jean Anouilhs (1910 - 1987) tragische Komödie oder komische Tragödie (bei Anouilh ist dies oft fließend) ist bereits das 39. Stück, das die Wetteraner aufführen - und das 5. unter der Leitung des Schauspielers Jürgen Helmut Keuchel, den heimische Theaterfreunde als Ensemblemitglied des Hessischen Landestheaters Marburg und als Gründer der populären Marburger Lyrikkompanie kennen.

Seit Herbst arbeitet Keuchel mit den 20 Darstellern an dem Stück - im Schnitt wird einmal die Woche geprobt, kommende Woche fast täglich.

Warum Anouilhs "Jeanne"? "Das Stück behandelt eine ewig gültige Wahrheit. Es geht um Menschen, um Gott und deren Vertreter auf Erden", sagt Regisseur Keuchel. Zudem habe Anouilh "pralle Figuren" geschaffen, er sei an "Mann der Schauspieler". Zudem sei er sehr lustig, komme vom Boulevard-Theater.

Tatsächlich wird viel gelacht und gibt es viel zu Lachen in diesem 1953 in Paris uraufgeführten Stück, das im Gerichtssaal einsetzt: Die Jungfrau von Orléans führt ihren Richtern und dem Publikum ihre Geschichte vor Augen. Eigentlich ist die Geschichte der Jeanne d‘Arc tragisch: 1431 wurde die französische Nationalheödin, die im Hundertjährigen Krieg gegen die Engländer kämpfte, im Alter von 19 Jahren im Rouen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Doch Anouilh kleidet die Tragödie in das Gewand eine Komödie, erklärt Keuchel. Anouilh macht aus der Geschichte ein burleskes Spiel im Spiel: Während des Prozesses werden die Stationen im Leben der Jungfrau von Orléans - das Verlassen der Eltern, das Treffen mit Hauptmann Baudricourt, die Begegnung mit dem späteren König Charles VII. - beschrieben.

Keuchel verzichtet fast komplett auf ein Bühnenbild, dafür gibt es aufwändige Kostüme.

Ein weiteres Plus des Stückes sind nach Ansicht des Vorsitzenden des Theaterverein, Helmut Konnerth, die vielen Rollen.So bekomme auch der Nachwuchs seine Chance. Zum Nachwuchs des Theatervereins gehört auch Simone Schwalm. Die steigt allerdings gleich richtig ein ins Theatergeschäft: Als Jeanne steht sie ununterbrochen auf der Bühne und spricht rund 50 Prozent des Textes.

von Uwe Badouin

"Jeanne oder Die Lerche" hat am Freitag, 23. März, um 20 Uhr in der Stadthalle Wetter Premiere. Weitere Aufführungen sind am 24. März (20 Uhr), 25. März (19 Uhr), am 30. und 31. März (20 Uhr) sowie am 1. April (19) Uhr).

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