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Marburg Tragikomödie aus Frankreich als Deutsche Erstaufführung
Marburg Tragikomödie aus Frankreich als Deutsche Erstaufführung
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18:41 19.03.2014
Großmutter Ladeleine (Christine Reinhardt, oben von links) diskutiert mit den Enkeln Julie (Marlene Hoffmann) und Louis (Tom Bartels) das Finanzgebaren ihres Sohns. Intendant Matthias Faltz (linkes Bild) inszeniert die Komödie „Durch den Wind“ als Deutsche Erstaufführung.Fotos: Christian Buseck / Archiv Quelle: Christian Buseck
Marburg

Es geht um das Erben in Nathalie Fillions „Durch den Wind“. Und bei Geld hört ja bekanntlich die Freundschaft auf. Papa Jean, ein Mann um die 50, gibt zuviel und vor allem zu wahllos Geld aus. Zumindest aus Sicht seiner Kinder Louis und Julie. Nach und nach hat sich das Haus, in dem sie leben, ziemlich bevölkert. Es gibt einen Sohn aus zweiter Ehe, der wiederum eine rumänische Freundin mit Kind hat, die wiederum eine schwerkranke Schwester hat. Dann hat Papa Jean noch eine neue Freundin, ungefähr im Alter seiner Kinder. Und so geht das Geld dahin für eine Patchworkfamilie. Louis und Julie befürchten das Schlimmste - nämlich dass sie leer ausgehen, dass ihr Erbe weg ist. Verprasst.

Für „durch den Wind“ erhielt die 1964 in Paris geborene Schauspielerin, Autorin und Regisseurin Nathalie Fillion 2011 einen Theaterpreis, mit dem die Realisierung des Stückes verbunden war. Weil Theater immer neugierig auf neue Stoffe sind, wurde es sehr schnell ins Deutsche übertragen von Christa Müller und Laurent Muhleisen. Christa Müller ist Dramaturgin am Deutschen Theater in Berlin - und dort lag das Stück auch eine Weile, wie Marburgs Intendant Matthias Faltz erklärte. Dann kam ihm das Glück zu Hilfe. „Ich kenne Guido Müller, den Chef des Dreimasken-Verlags, ganz gut. Der hat mir das Stück geschickt und gefragt, ob es uns interessiert.“ Faltz hat sich die Komödie angesehen und angebissen. Und weil das Hessische Landestheater „klein und flexibel“ ist, konnte Faltz auch schnell zugreifen. Eine Deutsche Erstaufführungen ist begehrt, etwas besonderes für ein kleines Theater wie das Marburger. So wird zur Premiere unter anderem die Autorin Nathalie Fillion erwartet, die ihr Stück in Frankreich bereits inszeniert hat. „Sie ist Schauspielerin und das merkt man dem Stück auch an“, sagt Faltz. „Es ist Spielerfutter. Die Darsteller finden ihre Figuren selbst, können sie feinzeichnen.“

Unter der Intendanz von Matthias Faltz ist „Durch den Wind“ die zweite Deutsche Erstaufführung nach „Solange du lügst“ aus seiner ersten Spielzeit in Marburg.

Acht Darsteller stehen auf der Bühne: Christian Fries spielt den Mitfünfziger Jean, Marlene Hoffmann und Tom Bartels sind als dessen Kinder Julie und Louis zu sehen. Christine Reinhardt und Thomas Streibig sind die Großelterngeneration, die den Sohn zur Raison bringen sollen. Weitere Rollen spielen Sebastian Muskalla, Victoria Schmidt und Irina Ries.

Das Bühnenbild stammt vom Star-Ausstatter Momme Röhrbein, der in Marburg zuletzt für das Freilichtspektakel „Viel Lärm um nichts“ verantwortlich zeichnete. Die Choreografien stammen von Ekaterina Steckenborn, Kostümbildnerin Anni Lenk kleidet die Charaktere in catwalk-taugliche Mode.

Für die Premiere am Samstag um 19.30 Uhr in der Bühne im Theater am Schwanhof gibt es eventuell noch einige Restkarten. Weitere Aufführungen sind am 26. März, 8., 11., 15. und 26. April, jeweils ab 19.30 Uhr.

von Uwe Badouin

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