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Marburg Tote Hose im „Polizeirevier Grausenloch“
Marburg Tote Hose im „Polizeirevier Grausenloch“
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17:39 27.04.2014
Endlich was los im verschnarchten Grausenloch: Polizist Schneider (Thomas Mooz) will jemanden festnehmen. Foto: Preussner
Marburg

Im Revier von Grausenloch haben alle Zeit. Viel Zeit. Sie können in Ruhe ihre Hobbys pflegen, denn in Grausenloch passiert absolut nichts. Pathologin Preuß jagt seltene Schmetterlinge und spießt sie auf, Kommissarin Berghammer baut zum Zeitvertreib die Tatorte berühmter Mordfälle nach. Polizist Schneider wiederum schlägt sich mit der tratschenden Frau Schulz herum, die ein Gebiss im Sandkasten gefunden hat. Jetzt sucht sie fieberhaft nach der dazu passenden Leiche. Alle langweilen sich tödlich und wünschen sich nur eines: dass endlich ein blutiger Mord geschieht. Die Ruhe ist schlagartig vorbei, als eine hübsche Praktikantin auftaucht, die einen 20 Jahre alten Unfall aufklären will.

Inga Berlin hat mit „Polizeirevier Grausenloch“ eine recht amüsante Krimikomödie auf die Bühne gebracht. Die sechs Schauspielerinnen und Schauspieler waren am Freitag mit viel Engagement und Spielfreude bei der Sache. Bei der Inszenierung hätte man sich etwas mehr Zuspitzung und Tempo gewünscht. So blieb das Stück streckenweise etwas zu brav und zu gleichförmig.

Das klassisch inszenierte Stück lebt vor allem von den skurrilen Charakteren und witzigen Ideen. Inga Berlin hat die Komödie komplett selbst geschrieben. Das Stück liest sich zum Teil wie eine Satire auf die Fernsehkrimis, die täglich über den Bildschirm flimmern. Vor allem das ebenso schmalzige wie skurrile Ende der Geschichte wirkt wie eine Krimi-Persiflage.

Die Aufführung von „Polizeirevier Grausenloch“ ist im Rahmen eines halbjährigen Theaterworkshops entstanden, den Inga Berlin für Theater Gegenstand angeboten hat. Die sechs Teilnehmer, die alle ein bisschen Theatererfahrung mitbrachten, haben mit viel Leidenschaft für den Auftritt geprobt.

Weitere Aufführungen gab es am Samstag und am Sonntag. Für den 26., 27. und 28. Juni sind weitere Vorstellungen geplant.

von Bettina Preussner

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