Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Totale Mondfinsternis für fast zwei Stunden
Marburg Totale Mondfinsternis für fast zwei Stunden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:01 27.07.2018
So wird der Sternenhimmel am Freitag, 27. Juli, um 23 Uhr am Frauenberg aussehen. Quelle: Privatfoto
Marburg

„Eigentlich ist dies eine Vollmondnacht, die nicht besonders gut zum Beobachten des Sternenhimmels geeignet scheint“, teilt der Marburger Physiker Professor Andreas­ Schrimpf mit. „Aber in dieser Nacht erleben wir seit längerem wieder einmal eine von Europa aus sichtbare totale Mondfinsternis: Sonne, Erde und Mond stehen exakt in einer Linie und der Mond tritt in den Erdschatten ein und wird auf direktem Wege nicht mehr von der Sonne beleuchtet“.

Quelle: Privatfoto

Beim Aufgang des Mondes um 21.14 Uhr ist dieser schon recht weit in den Erdschatten eingedrungen, vollständig verdunkelt ist er ab 21.30 Uhr. Um den Beginn der vollständigen Finsternis in der Dämmerung beobachten zu können, benötigt man also einen freien Blick auf den Horizont. Die totale Phase der Finsternis ist diesmal besonders lang, erst um 23.13 Uhr tritt der östliche Rand des Mondes aus dem Erdschatten wieder aus und der Nachthimmel wird sich wieder zunehmend aufhellen.

In dieser Nacht wartet der Sternenhimmel laut Schrimpf mit einem zweiten Höhepunkt auf: einer Planetenparade von der hellen Venus im Westen über Jupiter im Sternbild Waage, Saturn im Sternbild Schütze bis zum Mars im Sternbild Steinbock in Mondnähe. Der Mars befindet sich dabei fast in seiner dichtesten Annäherung an die Erde: in nur 57,7 Millionen Kilometern Entfernung kann man in einem Teleskop bei ruhiger Luft Details der Oberfläche des Mars ausmachen. Seine dichteste Erdnähe erreicht der Mars diesmal am 31. Juli.

Auf dem Frauenberg stehen Teleskope bereit

Wer an dem Open-Air-Planetarium auf dem Frauenberg teilnehmen will, schaut bitte am Freitag auf der Webseite nach aktuellen Infos. Gegen Mittag finden sich dort aktuelle Informationen über die Einschätzung der Wettervorhersage, das heißt, ob in der kommenden Nacht auf dem Frauenberg die Besonderheiten dieser Nacht bestaunt werden können.

Bei klarem Himmel erwarten die Mitglieder des Vereins Parallaxe und Sternzeit gemeinsam mit Mitgliedern der Arbeitsgruppe Astronomiegeschichte­ und Beobachtende Astronomie der Philipps-Universität und der Volkssternwarte die Besucher auf dem Frauenberg. Die Veranstaltung endet spätestens um 2 Uhr. Teleskope­ für Beobachtungen stehen zur Verfügung.

Der ebenfalls für morgen angekündigte Vortrag im Spiegelslustturm über die Landvermessungen am Dünsberg beginnt bereits um 20 Uhr und wird rechtzeitig zum Beginn der vollständigen Finsternis beendet sein.

Die Volkssternwarte Kirchhain bietet bei klarem Wetter morgen ebenfalls die Beobachtung der totalen Mondfinsternis und des in Opposition zur Sonne stehenden Roten Planeten Mars ab 21 Uhr an. Bei unsicherer Wetterlage empfiehlt sich eine telefonische Abklärung unter 0 64 22 / 75 99, ob die Sternwarte in der Dresdener Straße 18 geöffnet ist.