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"Total begeistert von der Stimmung"

MaNo-Festival in Marburg "Total begeistert von der Stimmung"

Auch nach zwei Tagen MaNo-Festival zeigen die Marburger am Samstag keine Schwächen.

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61 Bands boten an drei Tagen in 13 Marburger Kneipen Musik ohne Ende: „The Jolly Depressions“ (oben) im Szenario, „Bartoz“ (links) in der Cavete und Betti Schön (rechts).

Marburg. Bei milden Frühlingstemperaturen – die ersten kurzen Hosen wurden ausgeführt, der Biergarten war geöffnet – zogen auch am Samstagabend wieder hunderte Rockfans bis spät in die Nacht durch Marburgs Kneipen. Wie am Freitag waren dort zahlreiche Bands aus Marburg und den Partnerstädten Northampton, Maribor und Poitiers zu hören.

Gemächlich startete der Abend mit beschaulichen akustischen Gitarren von „Saitenwerk“ im Quodlibet, wo sich die Besucher schon bis auf die Treppe stauten. Mit dem französischem Blues-Gitarristen Baptiste Pizon hetzte man Richtung Sudhaus. Der Musiker aus Poitiers gönnte sich gleich zwei Auftritte an diesem Abend und hatte sichtlich Spaß dabei.

In der Oberstadtkneipe am Hirschberg klimperte unterdessen schon Adam Clements auf dem Piano. Auf den angelsächsischen Songwriter folgte das heimische Duo „Musica è“ mit iberischen Klängen.

Kilometergeld bekam Nicolas Boris Hay nicht, denn der quirlige Franzose ist der Organisator des Partnerfestivals in Poitiers und arbeitet, wie seine Marburger Kollegen, auch ehrenamtlich. „Ich bin total begeistert von der Stimmung hier“, sagte er außer Atem und schaute auf dem Spielplan, welche Gruppen ihm noch fehlen. „Ich versuche mir möglichst viele Bands anzuschauen und sie auch nach Frankreich einzuladen.“ Das französische Festival findet Anfang Oktober statt. Dort treten neben Bands auch Theatergruppen auf. Gespielt wird nicht in Clubs und Kneipen, sondern in den Straßen der Stadt.

Im Szenario tropfte beim Auftritt von „The Jolly Depressions“ schon das Wasser von der Decke, gefühlte 50 Grad bei amtlichem Trash-Rock. Ähnliche Temperaturen herrschten auch in der Cavete, wo die vier Jungs von „Bartoz“ sich auf der kleinen Bühne verausgabten und ihrem Publikum neben einer Bühnenshow hervorragenden akustischen Funk-Rock boten.

Es war eine gute Vorbereitung der feierwilligen Menge, denn dort sollten später noch die slowenischen Rocker von „Yu Generacija“ kräftige Akkorde in die Saiten schlagen, nachdem sie vorher das Trauma-Publikum in Grund und Boden gespielt hatten.

Den in Schweiß getränkten Gestalten, die sich nachts über die Brücke am Rosenpark schleppten, konnte man den Marathon mit den vier Metal- und Hardrock-Bands „Extinction“, „Yu Generacija“, „Swamp Thing“ und „Saw Blade“ deutlich ansehen.

Auch im Jugendhaus Kompass fegten noch die letzten Zugaben von „Ragatag“ über die Gäste. Ihr klassisch in Leopardenfell-Hosen auftretender Frontmann drückte kurz seine Bestürzung über die Sperrstunde aus – und spielte dann weiter. Auch in vielen anderen Kneipen wurde dies nicht allzu ernst genommen. Im Nachtsalon wurde gemeinsam bis in die Morgenstunden die abschließende Aftershowparty gefeiert.

Vielen ist klar: In einem Jahr sehen sie sich wieder – beim 18. MaNo-Festival.

von Jan Bosch

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