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Marburg Tosender Applaus für Musical-Gala
Marburg Tosender Applaus für Musical-Gala
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18:00 22.03.2018
Martin Markert begeisterte als „Jesus Christ Superstar“. Quelle: Nadine Weigel
Marburg

Nach gut zweieinhalb Stunden bester Unterhaltung brandete im Erwin-Piscator-Haus tosender, nicht enden wollender Applaus auf. Vielseitig und auf höchstem professionellem Niveau hatten internationale Stars der Musicalszene einen abwechslungsreichen Streifzug durch die Geschichte des Musicals präsentiert. Auszüge aus aktuellen Musicals fanden ebenso ihren Weg auf die Bühne wie bekannte Klassiker.

Seit 21 Jahren­ tourt „Die Nacht der Musicals“ durch Europa. Derzeit bespielen­ gleich zwei Ensembles Österreich, Dänemark und Deutschland. Mehr als zwei Millionen Zuschauer haben die Show, die immer wieder aktualisiert wird, bereits gesehen.

Mit großartiger Musik und einer fantasievollen Inszenierung bot die Show viele Höhepunkte der Musicalgeschichte und lud die Zuschauer ein in eine farbenprächtige Welt voller Musik, Gesang, Schauspiel und Tanz. Ein einfaches aber variables Bühnenbild, eine gelungene Lichtführung und fantasievolle Kostüme prägten die Show.

Martin Markert ist einer der Stars

Zart und zerbrechlich wirkte die von Elvira Maria Kalev Christine auf der Bühne. Mit starker Stimme entführte die Sopranistin das Publikum mit dem Hit „Think of me“ in die Welt des „Phantoms der Oper“. Das Phantom wurde von Johannes Beetz gesungen, der ebenso authentisch und klangvoll die Rolle von König Mufasa aus dem „König der Löwen“ interpretierte und mit enormem Klangvolumen überzeugte.

Martin Markert ist einer der Stars der deutschen Musicalszene. Er begeisterte nicht nur als Jesus Christ Superstar, der rasant über die Bühne fegte und mit seiner Armada von Tänzerinnen und Tänzern den Saal zum Beben brachte. Auch seine­ Darstellung des verstorbenen Superstars Falco war einfach großartig.

Vom Phantom der Oper bis zu Rocky...ein Highlight jagte das nächste.

Markert schlüpfte, wie seine Kollegen, scheinbar mühelos von einer Rolle in die nächste. Als Udo Lindenberg bot er russische Feierlaune und besang Russlands Hauptstadt, bis das amüsierte Publikum mitging. Als Frank N. Furter aus der „Rocky Horror Pic­ture Show“ tänzelte er auf Plateauschuhen und in Lack-Korsage durch das Publikum und brachte es im wahrsten Sinne des Wortes zum Stöhnen.

Dies sollte nicht die letzte Interaktion der Künstler mit dem längst ausgelassen feiernden Publikum gewesen sein. In bunten Kostümen sangen sie Hits aus dem Abba-Musical „Mamma Mia“ und von der Pop-Königin Madonna und animierten die Zuschauer zum Aufstehen und Tanzen.

Gänsehaut durch viel Leidenschaft

Die Darsteller deckten eine enorme Bandbreite ab. So fegte Janina Wilhalm energiegeladen im Musical „Queen“ über die Bühne. Mit warmer, voller Stimme präsentierte sie auch Sarah aus dem „Tanz der Vampire“. Ihr Auftritt bewies nicht nur großes Talent, sondern dokumentierte auch eine enorme Vielseitigkeit.

Kathy Savannah Krause ­begeisterte als Grizabella aus „Cats“. Mit viel Leidenschaft sang der vielfache preisgekrönte Musicalstar den Klassiker „Memories“ und sorgte damit bei den Zuschauern für eine ­Gänsehaut.
Ein großes Lob muss auch der „broadway musical dance company“ ausgesprochen werden. Die Tänzerinnen und Tänzer waren ein unersetzbarer Teil der Show, die die Musical-Hits mit originellen Choreografien gekonnt in Szene setzten.

Die Künstler, von denen viele­ in den Originalproduktionen gesungen haben, bewiesen ­eine Professionalität und zeigten sich zudem als ausgesprochen gute Entertainer, die ­immer wieder mit dem Publikum spielerisch interagierten. So entwickelten­ sie gemeinsam mit den Zuschauern am Ende eine Choreografie, an der nahezu das ­gesamte Publikum mitwirkte. Eine tolle Show.

von Nigar Ghasimi