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Marburg Tom Cruise als langmähniger Hardrocker
Marburg Tom Cruise als langmähniger Hardrocker
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16:29 14.06.2012
Ziemlich schräg ist die Rock-Szene der 80er: Lonny (Russel Brand) und Sherrie (Julianne Hough) diskutieren mit dem Barbesitzer Dennis (Alec Baldwin)Foto: Warner Bros. Pictures Quelle: David James
Marburg

Tom Cruise-Fans dürften sich verdutzt die Augen reiben: So hat man den Hollywood-Star noch nicht gesehen. Cruise („Mission: Impossible“) gibt einen so muskulösen wie schmierigen, so unangenehmen wie charismatischen Rockstar, der sich kaum auf den Beinen halten kann ob seiner Trunksucht. Basierend auf einem gleichnamigen Broadway-Musical erzählt Regisseur Adam Shankman („Hairspray“) die Story von Sherrie und Drew, die ihr Glück suchen im Los Angeles der 1980er Jahre. Neben Country-Sängerin Julianne Hough („Burlesque“) und Filmdebütant Diego Boneta sind auch Darsteller wie Alec Baldwin („Departed“), Paul Giamatti („Sideways“) und Catherine Zeta-Jones („Chicago“) mit dabei.

Sherrie (Hough) ist das, was man in den USA ein small-town-girl nennt. Aus einer Kleinstadt in Oklahoma zieht es die hübsche, bei ihrer Großmutter aufgewachsene Blondine ins glamouröse Los Angeles, wo sie als Sängerin reüssieren will. Am Sunset Strip trifft sie auf Drew, der sich in einer Bar verdingt und gern Rockstar wäre. Er besorgt ihr einen Job im „Bourbon Room“. Dort hat Club-Chef Dennis (Baldwin) gerade alle Hände voll zu tun: Angekündigt ist das letzte Konzert der Band „Arsenal“ mit Frontmann Stacee Jaxx (Cruise).

Während viele in Hollywood diesem Ereignis entgegenfiebern, formiert sich auch Widerstand: Patricia Whitmore (Zeta-Jones), die Frau des Bürgermeisters, schart besorgte Mütter um sich, die dem unsittlichen Treiben der Hardrocker ein Ende bereiten wollen. Zeta-Jones spielt diese Rolle mit Verve, meist trägt sie ein knallrotes Kostüm. Sie hat noch eine Rechnung zu begleichen mit Stacee Jaxx.

Tom Cruise ist wunderbar in der Rolle des tätowierten Rockers: schwarz lackierte Fingernägel, Pelzjacke und eine fettige Mähne. An seiner Seite hat er einen kleinen Affen, der ihm den Whiskey reichen darf. Stets ist Stacee Jaxx umringt von halbnackten Groupies. Cruise beweist Mut zur Lächerlichkeit, seine exaltierten Posen sind wirklich unterhaltend.

Überzeugend ist auch das selbstironische Spiel von Alec Baldwin. Baldwins abgehalfterter Barbesitzer changiert zwischen einer Karikatur und einer bemitleidenswerten Figur.

Hard-Rock- und Metal-Fans kommen auf ihre Kosten: Große Hits von Def Leppard, Poison, Twisted Sister, Whitesnake, Foreigner oder Joan Jett werden fast ohne Unterlass zum Besten gegeben. Teils ist das irre komisch, etwa wenn Cruise „I Want To Know What Love Is“ intoniert oder wenn Baldwin zu singen beginnt. Nicht zuletzt sorgen auch die skurrilen Kostüme im schlimmstem 80er Jahre-Stil für gute Unterhaltung. „Nothin“ but a good time“ verspricht „Rock of Ages“ im Untertitel. Die Musical-Adaption löst ihr Versprechen ein.

Der Film läuft im Cineplex.

von Matthias von Viereck

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