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Toller Festival-Auftakt in der Provinz

Papalala-Festival Toller Festival-Auftakt in der Provinz

Grandioser Start für das Papalala-Festival: Hunderte Besucher strömten durch die Pforten der Sport- und Kulturhalle im beschaulichen Treis bei Staufenberg.

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Musik, die in keine Schublade passen will

Die Ex-„Fury in the Slaughterhouse“-Stars Kai und Thorsten Wingenfelder rocken auf der Bühne in Treis.

Quelle: Jan Bosch

Treis. Jede Menge hochkarätiger Musik und spannende Aktionen wurde den Zuschauern beim ersten Papalala-Festival am Freitag und Samstag geboten. Es handelte sich um eine Benefizveranstaltung, organisiert von Dirk Wallenfels und Max Peusch, deren Erlös der Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Staufenberg zugute kommen wird.

Den Auftakt machte am Freitagabend der Ebsdorfer Singer/Songwriter Janne, der mit deutschen Texten das Publikum begeisterte.

Zwei Gitarren, eine Stimme – leise und akustisch ging es weiter mit Johannes Strate. Der Frontmann von „Revolverheld“ wandelt derzeit auf nachdenklichen Solopfaden. Großen Applaus erntete er für jeden Song seiner aktuellen Platte „Die Zeichen stehen auf Sturm“. Es ist ein Silberling, voll mit sehr persönlichen Akustiksongs.

Als Headliner hatten die Organisatoren niemand Geringeren als „wingenfelder:Wingenfelder“ geladen. Kenn ich nicht, denkt sich jetzt vielleicht der ein oder andere. Die Brüder Kai und Thorsten Wingenfelder waren 21 Jahre die kreativen Köpfe, die Stimme und der Gitarrensound von „Fury in the Slaughterhouse“.

Mit ihrem 2011 erschienen deutschsprachigen Debüt-Album „besser zu zweit“ feiern sie gerade ein erfolgreiches Comeback. Dass sie nach mehr als 1.200 gespielten Konzerten nichts von ihrem Charme und ihrer Bühnenpräsenz eingebüßt haben, zeigten sie den Fans am Freitag.

Deutlich klang die prägnante Stimme von „Fury“ durch, jedoch wirkte die Musik nicht wie eine deutsche Neuauflage. Gute Texte, musikalisch brillant umgesetzt, man merkte, dass sie nach ihrer zweijährigen Schaffenspause wieder richtig Lust auf Musik haben. 

Der Auftritt wurde für die Band quasi zum Heimspiel, denn an der Gitarre schlug Norman Keil aus Treis kräftig in die Saiten. Er ist sowohl musikalisch, als auch als Songwriter nicht mehr aus der Band wegzudenken und legte sich bei seinem lang ersehnten Auftritt in der Heimat natürlich besonders ins Zeug.

Dass sie was zu sagen haben, zeigte Kai Wingenfelder, der für einen Film in Syrien drehte, mit einer ernsten Ansprache.

„Ich habe ein Land kennengelernt, das ganz besonders war, wo alle Religionen tolerant nebeneinander gelebt haben, wo die Menschen unheimlich freundlich sind“, sagte er. „Heute passieren dort Dinge, sterben Menschen, nur weil ein paar Wenige ihre Macht erhalten wollen. Das finde ich richtig scheiße!“

Die Band stimmte mit „Revolution“ ihren Aufruf gegen die Ungerechtigkeit an. Lang anhaltender Applaus! Zur Freude der zahlreichen „Fury“-Fans, durften natürlich auch Neuauflagen von Klassikern, wie „Time to wonder“ oder „Radio Orchid“ (zusammen mit Johannes Strate) nicht fehlen. Und die Fans? Der größte Teil glänzte mit beachtlicher Textsicherheit.

Nach großem Jubel und zwei Zugaben begab sich die Band gediegen zum Biertrinken an die Bar und feierte mit den Treisern noch eine kräftige Aftershow-Party bis in die frühen Morgenstunden.

von Jan Bosch

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