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Marburg Tierisch gut
Marburg Tierisch gut
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19:39 27.09.2015
Beim Haustiermarkt auf den Lahnbergen herrschte Hochbetrieb. Vor allem Familien kamen, um die verschiedenen Tiere zu bestaunen. Die deutsche Vizemeisterin im Kaninhop, Paula Schneider vom Kaninchenzuchtverein Niederweimar, lässt Opal hopsen. Quelle: Nadine Weigel
Marburg

„Wir möchten den Besuchern zeigen, welche Artenvielfalt wir in der Region überhaupt zu bieten haben“, sagte der Vereinsvorsitzende Arno Niekamp. „Ein Achtspänner aus lauter Ziegen, das gab es hier bisher noch nie zu sehen“, freute sich Claudia Hoffahrt vom Naturlandbetrieb aus Lohra. Besonders Familien mit Kindern eroberte das ungewöhnliche Gespann auf den ersten Blick, und es war gleich zu Beginn des Informationstages ein echter Publikumsmagnet.

Für einen Sonntag wandelte sich die Flora der Lahnberge zu einer Parklandschaft für seltene, alte und vom Aussterben bedrohte Haus- und Nutztierrassen. Ob Pferd, Huhn, Esel oder Ziege: Tiere zum Anfassen gab es reichlich. Verschiedene Institutionen informierten über die wichtige Aufgabe der Artenerhaltung, und regionale Erzeuger vermarkteten ihre traditionell hergestellten Lebensmittel.

Neben der Ausstellung gab es auch eine moderierte Rassenpräsentation von Vieh- und Pferdegespannen sowie die Vorstellung alter Nutztiere im Landwirtschaftsbetrieb. Die kleinen Gäste wurden bei Kutschfahrten und Ponyreiten näher an das Thema herangeführt.

Förderverein Haustierschutzpark und Marburger Bürgerliste wollen Netzwerk stärken

Die Veranstalter, der Förderverein Haustierschutzpark und die Marburger Bürgerliste, wollen neben dem informativen Anliegen zur Erhaltung bedrohter Tierrassen auch die Netzwerkarbeit mit in der Region beheimateten Züchtern, Landwirten und Tierhaltern ausbauen und fördern. Zudem möchte der Verein in Zukunft mit dem Auftrag einer Machbarkeitsstudie den Grundstein für einen festen Haustierpark in Marburg legen.

„Der Bedarf der Bürger für so eine Einrichtung ist definitiv da“, betonte Niekamp. Deshalb wünschen sich die derzeit 30 Mitglieder des Fördervereins ein positives Zeichen aus der Politik von Stadt und Landkreis.

Der seit 1990 existente Verein kümmert sich bisher hauptsächlich um die Aufzucht einer Schafherde und den Verkauf der Tiere. Für die Weiterentwicklung des nachhaltigen Gedankens sollen auch die ökologischen Aspekte von Ernährungsfragen, Bildungsarbeit und ein touristisches Konzept den Fokus der Nutztierrassenerhaltung weiter nach vorn treiben. 

von Arnd Hartmann