Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg These, Antithese, Prothese
Marburg These, Antithese, Prothese
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:45 28.10.2014
Ein Wiener in Marburg: Der Kabarettist Alfred Dorfer präsentierte im KFZ sein aktuelles Programm „bisjetzt“.Foto: Benjamin Kaiser
Marburg

„Zuweilen war ich es leid, den politischen Tagesdebatten hinterher zu hecheln und sie zu kommentieren“, erklärte Alfred Dorfer. Dass es nicht immer politisches Kabarett sein muss, um das Publikum geistig zu fordern, zeigte der Österreicher auf beeindruckende Weise. Davon konnten sich am Freitagabend 120 Zuschauer im Marburger KFZ überzeugen.

„bisjetzt“ ist Dorfers sechstes Soloprogramm. Darin geht der Wiener bewusst weg von der ­Tagespolitik und präsentiert ­eine satirische Revue des eigenen Lebens.

In diesem humoristischen und scharfsinnigen Rückblick gelingt es dem Künstler, seine eigene Biografie mit den großen philosophischen Fragen des Lebens zu verbinden. Fragen, die sich die meisten Menschen schon einmal gestellt haben dürften. Dabei berichtet Dorfer Weltgeschichtliches aus seiner Kindheit: „Als ich eingeschult wurde, brach 68 der Generalstreik in Frankreich aus. Ein Zusammenhang, der von den Geschichtsbüchern bis heute übersehen wird“, erklärt der Wiener vollmundig.

Man könne sich den Lebensweg als das Erklimmen eines steilen Berges vorstellen. Nur um auf der Spitze zu bemerken, dass es am gegenüberliegenden Berghang einen Lift gegeben hätte. Allerdings sei dies nicht so schlimm, denn „der Weg ist ja das Ziel“, ruft Dorfer dem Publikum von der metaphorischen Bergkuppe zu. Aber: „Wenn der Weg das Ziel ist, ist das Ziel dann weg?“

Dorfer hält inne, lächelt süffisant und sagt: „Für die Pause oder den Heimweg!“ Der Satiriker lässt sein Publikum allein mit diesen, seinen Gedanken. „Ich denke, dass ich als Satiriker den ‚Stein‘ beim Zuschauer nur ins Rollen bringen kann. Wo er letztlich hinrollt, liegt nicht mehr in meiner Macht“, sagt er im Gespräch.

Ist der Aphorismus „cogito, ergo sum“ (Ich denke, also bin ich) zutreffend? „Wenn das stimmt, warum existiert dann mein dummer Hausnachbar?“, gibt er die Antwort. Wo der Philosoph Descartes nicht hilft, muss halt Hegel herhalten, um Licht ins Dunkel zu bringen. Doch auch die Dialektik sei nicht abendfüllend, und so klagt der Österreicher: „These, Antithese, Prothese!“

Was nach dem Tod kommt? Das Jenseits sei eine ewige Kreuzfahrt auf einem Schiff, an dessen Deck Platon, Stalin und Napoléon Bonaparte kriegerische Gesellschaftsspiele spielen und auf ihr Leben zurückblicken. Der Erzengel Gabriel sei der Bordmanager und Lucifer versuche, in einer Therapiegruppe mit Maria und Josef zu ergründen, was sein traumatischstes Weihnachtsfest war.

Es sind nicht nur diese skurrilen Szenarien, die „bisjetzt“ sehenswert machen, sondern auch Dorfers schauspielerisches Talent. Immer wieder schlüpft der Satiriker in verschiedenste Charaktere, die ihm im Diesseits und vermeintlichen Jenseits begegnet sind. Am Ende des Abends stehen wenig Antworten auf die großen Fragen des Lebens. Klar, jeder müsse seinen eigenen Berg finden und erklimmen.

von Benjamin Kaiser

Marburg 100 Jahre Erster Weltkrieg - „Mit reinen Händen wiedergekommen"

Nicht einmal einen Monat nach dem Beginn des deutschen Überfalls auf Belgien waren „Marburger Jäger“ an Massakern im wallonischen Dinant beteiligt. Die Frage nach der Verantwortung für dieses Blutbad – und damit auch: nach den Befehlswegen – ist zuallererst an die militärischen Befehlshaber zu richten. Kommandeur des Kurhessischen Jäger-Bataillons Nr. 11 war Julius Alfred Maximilian Joseph Graf von Soden aus Marburg.

30.10.2014

Wissen Sie, was ein „Saitenniederhalter“ ist? Oder warum eine E-Gitarre zwar elektrisch, aber nicht elektrisch aufgeladen ist? Das erfährt man nicht, wenn man eine E-Gitarre kauft, das lernt man nur, wenn man sie selber baut.

07.10.2014

Die belgische Kleinstadt Dinant gedenkt ihrer Opfer im Jahr 1914 und kommt mit ihren Besuchern aus Marburg ins Gespräch.

20.08.2014
Anzeige