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Marburg Ein Elternabend läuft aus dem Ruder
Marburg Ein Elternabend läuft aus dem Ruder
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17:00 06.11.2017
Das Foto entstand bei einer Probe im Probenraum am Klosterberg. Es zeigt (von links) Helmuth Konnerth, Sabine Kaiser, Simone Jungnickel, Sandra Erkel, Olli Batz und Regina Kappel. Die stilechten Tische und Stühle hat die Grundschule Wetter zur Verfügung gestellt. Quelle: Uwe Badouin
Wetter

Lutz Hübner ist einer der kreativsten deutschen Gegenwartsdramatiker. 39 Stücke hat er seit 1994 geschrieben. Mit der Tragikomödie „Frau Müller muss weg“ landete er 2010 einen großen Wurf. Das Stück wurde an zahlreichen deutschsprachigen Theatern aufgeführt und kam 2015 ins Kino: Regisseur Sönke Wortmann setzte das Bühnenstück unter anderem mit Anke Engelke und Justus von Dohnányi für die Leinwand um.

Seit April probt der Theaterverein Wetter nun das Stück über panische Helikoptereltern, die eine Lehrerin schassen wollen, weil die ihren Kindern zu schlechte Noten gibt und der Übergang aufs Gymnasium in Gefahr ist. Der Erfolg des Stückes und des Films beruht nicht zuletzt darauf, dass das Drama ein Stück deutsche Lebenswirklichkeit abbildet.

Lehrerin wehrt sich

„Frau Müller muss weg“ ist 
das inzwischen 49. Stück des Theatervereins Wetter, der seit 1987 jährlich mindestens einen Produktion auf die Bühne bringt. Er ist damit der älteste und professionellste Theaterverein im Landkreis. Regie führt Matze Schmidt, den Marburger Theatergänger als künstlerischen Leiter der Waggonhalle kennen. Der erfahrene Theatermann arbeitet zum zweiten 
Mal mit dem Theaterverein ­Wetter zusammen. 2015 studierte er mit den Amateurdarstellern Georg Büchners „Woyzeck“ ein.

Gäbe es den Begriff Helikoptereltern nicht, für Lutz Hübners „Frau Müller muss weg“ müsste er erfunden werden. Die Geschichte ist schnell erzählt. Den Eltern der Viertklässler ist eines klar: Diese Lehrerin muss gehen, sie steht der Zukunft ihrer Kinder im Wege, deren Noten – mit Ausnahme des Klassenbesten – erheblich eingebrochen sind. Nicht die Eltern, nicht die Schüler sind dafür verantwortlich, nein – es ist die natürlich die Lehrerin Frau Müller. Die allerdings wehrt sich und packt Dinge aus, die den Eltern so gar nicht gefallen. Der Elternabend läuft sehr bald ziemlich aus dem Ruder.

„Typen und Figuren“

Es gibt verschiedene Fassungen des Stückes – eine, die in Ostdeutschland spielt, eine, die im Westen der Republik angesiedelt ist. Regisseur Matze Schmidt meint: „Man kann das Stück überall spielen. Jeder findet sich wieder, vor allem aber die, die Kinder haben und natürlich Lehrer.“ Die Komödie sei wunderbar zugespitzt „auf Typen und Figuren“, sie lebe zudem von der „authentischen Alltagssprache“.

Es spielen Helmuth Konnert, Sabine Kaiser, Simone Jungnickel, Sandra Erkel, Olli Batz und Regina Kappel. Regieassistentin und Souffleuse ist Celine Weisenfeld.

  • Premiere ist am Freitag, 10. November, um 20 Uhr in der Stadthalle Wetter. Weitere Vorstellungen sind am 11., 17. und 18. November um 20 Uhr, an den Sonntagen 12. und 19. November um 19 Uhr. Karten gibt es an der Abendkasse und im Vorverkauf im Gardinenstudio Mehring in Wetter, Telefon 06423/6645 und online unter www.theaterverein-wetter.de

von Uwe Badouin