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„Theater und Stadt treffen sich ganz neu“

Theater „Theater und Stadt treffen sich ganz neu“

Der Freundeskreis des Hessischen Landestheaters Marburg lud Montag zum TheaterTalk ein.

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Alexander Leiffheidt (links) Dr. Christine Tretow, Eva Bormann (2.v.rechts) und Jürgen Sachs standen Moderator Jürgen Bandte (Mitte) Rede und Antwort.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Vier Mitglieder aus der Leitung des Theaters standen Rede und Antwort.

Jürgen Bandte, der Vorsitzende des Freundeskreises, fragte zunächst den Chefdramaturgen Alexander Leiffheidt, was ihn bewogen habe, nach Marburg zu kommen. „Mich hat der Neuanfang am Theater mit einem ganz neuen Team gereizt“, erklärte Leiffheidt, der zuletzt in London tätig war. „Theater und Stadt treffen sich hier ganz neu.“ London sei zwar eine Weltstadt, aber in Bezug auf das Theater sehr konventionell und von daher manchmal recht langweilig.

Dr. Christine Tretow, stellvertretende Intendantin in Marburg, hatte ihren Wirkungskreis zuvor in Ulm. Sie kommt aus einem Haus mit drei Sparten und ist froh, nur noch Schauspiel zu machen. „Ein wesentlicher Grund für mich, nach Marburg zu wechseln, war Intendant Matthias Faltz“, führte sie aus.

Eva Bormann, die für die Dramaturgie im Jugendtheater verantwortlich zeichnet, hat zuletzt in Wiesbaden gearbeitet. Auch sie fand den vollständigen Neustart am Marburger Theater spannend. „Es war für mich sehr reizvoll, diesen Wechsel mitzumachen“, erklärte sie.

Jürgen Sachs ist schon seit vielen Jahren am Marburger Theater für die Kooperation zwischen Theater und Schule zuständig. Er berichtete, dass in diesem Jahr große Fortschritte erzielt worden seien. Er habe inzwischen mit 28 Schulen in Marburg und im Landkreis individuelle Kooperationsverträge abgeschlossen. Ziel sei es unter anderem, dass jeder Schüler einmal im Jahr zu einem günstigen Preis das Theater besuchen kann.

Moderator Bandte fragte, ob es ein Trend im modernen Theater sei, viel mit Musik und Bewegung zu arbeiten. „Das ist schon seit Aristoteles Trend“, antwortete Chefdramaturg Leiffheidt. „Es gibt momentan verschiedene Strömungen im Theater.“ Es sei wichtig, den Finger am Puls der Zeit zu halten.

Der Moderator fragte weiter nach der Resonanz in den ersten Monaten des neuen Theaters. „Wir sind nicht immer ausverkauft“, erzählte Christine Tretow. Sehr gut liefen Effi Briest, Hamlet, Black Rider und das Theater der Finsternis. Weniger gut seien die Gastspiele angekommen, fuhr sie fort. Auch das Kinder- und Jugendtheater, das nun in großer Breite vorhanden sei, müsse noch besser bekannt werden. Sie wies in diesem Zusammenhang auf die neuen Familienvorstellungen am Wochenende hin.

Was, so wollte Moderator Bandte wissen, gefällt den neuen Mitarbeitern besonders in Marburg? „Der Markt in der Frankfurter Straße“, antwortete Christine Tretow spontan. Alexander Leiffheidt gefiel an Marburg besonders die Ruhe. Eva Bormann schätzt das viele Wasser und Jürgen Sachs findet vor allem das kulturelle Angebot in der Stadt „phänomenal“.

von Bettina Preussner

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