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„Können wir die Welt retten?“

Theater-AG der Elisabethschule „Können wir die Welt retten?“

Wie verhält sich die Menschheit in Angesicht eines drohenden Weltuntergangs? Diese Frage thematisierte die Theater-AG der Elisabethschule mit dem Stück „Der Weltuntergang“ von Jura Soyfer aus dem Jahr 1936.

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Sonne, Mond und ein Komet haben genug von den Menschen und beraten über das Schicksal der Erde.

Quelle: Viola Schrader

Marburg. Von Mittwoch bis Freitag wurden in der Waggonhalle groteske menschliche Reaktionsmuster gesellschaftskritisch seziert. Ein düsteres Thema? Nein, denn die Theater-AG um den Spielleiter Tobias Purtauf schlug gekonnt den Bogen zwischen Gesellschaftskritik und kurzweiligem Humor.

Das Resultat war ein amüsant-unterhaltsames Stück, bei dem trotz einer Spieldauer von über zwei Stunden keine Längen aufkamen. Neben dem Stück gab es aber auch noch mehr zu feiern. Mit „Der Weltuntergang“ feiert die Theater-AG der Elisabethschule ihr zehnjähriges Bestehen. Mehr als 120 Schüler standen in dieser Zeit bereits auf der Bühne.

Zu Beginn des Stücks wähnt sich das Publikum im Weltall: Die Planeten haben beschlossen, die Erde durch einen Kometeneinschlag zu vernichten. Die Erde habe sich nämlich Menschen „eingefangen“ und diese Plage bekommt sie nun nicht mehr los. Auf der Erde entdeckt Professor Guck den drohenden Kometenaufschlag. Noch vier Wochen bleiben den Menschen. Während der Professor eine Erfindung macht, die den Kometen aufhalten könnte, verhalten sich die Menschen absurd.

Immer wieder aktuelle Bezüge

Das richtige Outfit für den Weltuntergang wird gesucht und dem Konsum gefrönt. Die Mächtigen hören dem Professor nicht zu, sondern missbrauchen das Szenario für ihre kurzfristigen Ziele. Der Weltuntergang kurbelt den Konsum an und was wäre denn wichtiger, als die Wirtschaft? So stellt Professor Guck resigniert fest: „Die Wahrheit ist nur richtig und wichtig, wenn sie dem Scheiß-System nützt!“

Der dramaturgischen Grundstruktur des Stückes ist Tobias Purtauf grundsätzlich treu geblieben. Allerdings sind einige Szenen und Rollen hinzu entwickelt worden. Und auch an Aktualitätsbezügen mangelte es der Inszenierung nicht. Ebenfalls beachtlich: der umfangreiche Medieneinsatz. Neben Standbildprojektionen und Video-Clips kam auch eine Live-Kamera zum Einsatz. Insgesamt 25 Spieler in mehr als 70 unterschiedlichen Auftritten waren auf der Bühne zu sehen.

Sowohl bei den eingespielten Videos als auch bei allgemeinen Vorbereitungen wurde die Theater-AG von ehemaligen Schülern jahrgangsübergreifend unterstützt. So bekamen die Darsteller, die die 11. bis 13. Klasse der Elisabethschule besuchen, tatkräftige Unterstützung der Alumni. Die Theater-AG, so Purtauf, schaffe „eine andere Verbindung zur Schule“.

von Viola Schrader

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