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Marburg Volldampf-Ska mit Tanzzwang
Marburg Volldampf-Ska mit Tanzzwang
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15:00 23.01.2018
Seit vergangenem Jahr heizt Joe Ibrahim als neuer „Busters“-Sänger und Gitarrist dem Publikum ein. Quelle: Jan Bosch
Marburg

Begeistert wurde die elfköpfige Truppe aus dem baden-württembergischen Wiesloch im gut gefüllten Kulturladen von ihrer treuen Fan­gemeinde empfangen. Für die Busters gibt es nach wie vor nur eine Richtung – mit Volldampf nach vorne. Seit Dezember ­haben sie mit „Straight Ahead“ auch wieder eine brandneue Scheibe im Gepäck. Das Abspielen altbewährter Klassiker gibt es nicht, sondern viel frisches Hörfutter für die Fans.

Das Publikum ist gut gemischt, viele Zuschauer älteren Semesters begleiten „The Busters“ sicher schon seit ihrer Jugend. Wie auch immer, Ska ist in jedem Alter ein Garant für gute Laune, und so gibt sich die feiernde Menge schon nach wenigen Takten einer ausgelassenen Party hin. Inzwischen sind 20 Alben erschienen, die Busters haben mit Farin Urlaub, Laurel Aitken und vielen Ska-Legenden gespielt und einige Umbesetzungen überlebt. Was sich in drei Dekaden nicht verändert hat, singen sie auf der neuen Scheibe: „Ska is, where my heart is.“

Unverwechselbarer Stimmungsmacher ist das fette Bläsertrio mit Hardy Appich an der Trompete, Posaunist Rob Solomon und Mathias Demmer am Saxophon, die für durchgehenden Druck sorgen und nonstop tanzend auf der Bühne unterwegs sind. Das färbt auch auf die Fans ab, und schnell verwandelt sich der Bereich vor der Bühne in eine tanzende Menschenmasse. Wenn „The Busters“ ihre treibenden Offbeats loslassen, gibt es kein Halten mehr. Tanzzwang, gegen den sich niemand wehren kann.

Sänger und Gründungsmitglied Ron Marsman hat die Band letztes Jahr verlassen. Seit 2017 heizt, neben Richie Alexander (aka Dr. Ring-Ding), der seit fünf Jahren mit rauer Stimme und groovendem Toasting markante Akzente beim Sound von „The Busters“ setzt, der Heidelberger Punkrockbarde Joe Ibrahim (Megaton) den Fans im Saal mächtig ein. Er bringt auch eine zusätzliche Gitarre mit in die Band und glänzt mit fetten ­Soloeinlagen. Die neue Stimme bringt frischen Wind und ist gut für den Sound der Band.

„The Busters“ bleiben eine Institution, die sich ständig ­erneuert, unaufhaltsam dem Motto „There is no alternative to Ska“ folgt und ihren Fans weiterhin lange, ­schweißtreibende Tanzabende mit jeder Menge guter Musik garantiert. Weiter so, bleibt einfach die beste deutsche Ska Band.

von Jan Bosch