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Marburg Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche
Marburg Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche
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18:05 11.09.2018
Mehrfach haben in den vergangenen Tagen Trickbetrüger versucht, über Telefongespräche Geld zu erbeuten. Themenfoto: Daniel Reinhardt / dpa Quelle: Daniel Reinhardt/dpa / Themenfoto
Marburg

Wie die Polizei mitteilt, kam es im Stadtgebiet Marburg und in mehreren Stadtteilen seit Montagvormittag, 3. September, zu mittlerweile 23 registrierten Anrufen, in denen älteren Menschen – darunter etliche mit Vornamen Ursula und Ingrid – vorgespielt wurde, ein Polizeibeamter rufe an.

Während des Telefonats wurden Fragen zu privaten und finanziellen Umständen gestellt. Zudem tauchen im Landkreis erstmals Anrufe durch falsche Bankangestellte auf, um Daten der Angerufenen zu erfragen. Bisher kam es laut Polizei zu keinem Schaden der möglichen Betrugsopfer.

Dazu beige­tragen habe insbesondere eine aufmerksame Angestellte der Marburger Sparkasse, bei der am Montagnachmittag eine Seniorin erschien und um Aus­zahlung von 20.000 Euro bat. Von dem vorangegangenen Anruf eines angeblichen Polizei­beamten erzählte die Frau nichts. Wegen der von ihr vorgetragenen Gründe für die Abhebung – eine Schenkung an die Enkelin – und des „völlig untypischen Verhaltens“ der Seniorin wurde die Bankangestellte misstrauisch. Sie verweigerte­ zunächst eine Auszahlung, so lange das Ganze nicht von ­einer nahen Angehörigen bestätigt würde.

Ausgesuchtes Opfer reagierte richtig

Die Rentnerin kontaktierte die Kriminalpolizei. So kam ­heraus, dass es den angeblichen ­Beamten überhaupt nicht gibt. Die ganze hanebüchene Geschichte: Der Fake-Polizist hatte seinem Opfer von einem festgenommenen Einbrecher berichtet, der angeblich einen Zettel mit der Anschrift der Seniorin dabei hatte. Weitere Täter seien flüchtig, eine vermeintliche Bankangestellte trete als Komplizin auf.

Daher sei das Konto der Rentnerin nicht mehr sicher, der nette, hilfsbereite „Polizist“ würde­ das Geld nach der Abhebung in bar jedoch sicher verwalten. Doch dazu kam es nicht – die Seniorin ging nicht darauf ein.

Auch andere Fake-Anrufe von angeblichen Bankangestellten, die am Montag sensible Kontodaten am Telefon erfragen wollten, scheiterten an der Weigerung der Opfer. Wie die Sparkasse Marburg-Biedenkopf mitteilt, bitten Bankmitarbeiter Kunden niemals am Telefon um die ­Angabe sensibler Daten, wie PIN oder Kennwörter.

Tipp: Vertrauliche Daten nicht 
am Telefon herausgeben

Derlei Betrugsversuche am ­Telefon kommen immer wieder vor, bei denen gerade älteren Menschen vorgegaukelt wird, bei dem Anrufer handele es sich um eine Vertrauensperson. Falsche Polizisten oder Angestellte von Banken warnen dabei vor vermeintlich anstehenden Straftaten, schüren durch Überredungskunst und Druck Vertrauen oder Angst, teils mithilfe von Software, wodurch auf dem Display etwa die 110 angezeigt wird. Die Opfer werden angehalten, Geld oder Wertsachen abzugeben.

Die Täter sind oft Teil von internationalen Betrügerbanden. Betroffene werden eindringlich gebeten, am Telefon keine vertraulichen Informationen preiszugeben, nicht auf die Fragen und Anweisungen einzugehen und sofort die Polizei zu verständigen.

Kontakt zur Polizei in Marburg: Telefonnummer 06421/4060.